Schweigeminute für Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Nachricht 21. Februar 2012

Hannover (epd). In ganz Niedersachsen wollen Menschen an diesem Donnerstag um 12 Uhr in einer Schweigeminute der Opfer rechtsextremer Gewalt gedenken. In Hannover, Osnabrück, Göttingen und Lüneburg würden Busse und Bahnen für eine Minute stehen bleiben, in zahlreichen Betrieben werde die Arbeit kurzzeitig ruhen, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund am Mittwoch mit. Zu der bundesweiten Aktion hatten DGB und Arbeitgeberverbände aufgerufen.

Gemeinsam werde ein starkes Signal gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für ein tolerantes und offenes Niedersachsen gesetzt, sagte DGB-Sprecherin Tina Kolbeck-Landau dem epd. Zahlreiche Kommunen und die Polizei unterstützen den Aufruf. Justizminister Bernd Busemann (CDU) forderte zudem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizbehörden auf, sich an der Schweigeminute zu beteiligen.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister rief Christinnen und Christen dazu auf, am Mittag innezuhalten: "Wir sind in die Verantwortung gerufen, jeder Form von Menschenfeindlichkeit und Gewalt in unserer Gesellschaft zu wehren und dafür zu sorgen, dass sich rechtsextremistisches Gedankengut nicht weiter ausbreitet."

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber sagte, Intoleranz und Gewalt seien nicht mit der Botschaft des christlichen Glaubens vereinbar. Auf dem Kirchencampus in Wolfenbüttel solle die Friedensglocke zum Gedenken an die Opfer der Mordserie und als Zeichen der Solidarität mit deren Angehörigen erklingen.

Die katholischen Bistümer Hildesheim und Osnabrück beteiligen sich ebenfalls an der Schweigeminute. Das Gedenken soll zeitgleich mit einer vom Bundespräsidialamt ausgerichteten Gedenkfeier in Berlin stattfinden.

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