Landessuperintendent Klahr: Fastenzeit hilft, Menschsein besser zu verstehen

Nachricht 20. Februar 2012

Aurich (epd). Der Auricher Landessuperintendent Detlef Klahr hat zur Teilnahme an der zehnten Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" aufgerufen. "Durch Fasten wird man nicht zu einem besseren Menschen, aber man lernt vielleicht, sich in seinem Menschsein besser zu verstehen", ermutigte Klahr am Dienstag. "Es geht um freiwilligen Verzicht und nicht um moralinsaure Qual."

Die Fastenaktion steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz". Die jährliche Kampagne wurde 1983 von Hamburger Pastoren und Journalisten gegründet. Anfangs hatte sie lediglich 70 Teilnehmer. Heute beteiligen sich nach Angaben der Organisatoren etwa zwei Millionen Menschen. Sie versuchen, die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten - häufig mit dem Verzicht auf liebgewordene, aber ungesunde Gewohnheiten wie Rauchen oder Alkoholkonsum.

Traditionell greifen viele Kirchengemeinden das aktuelle Thema auf und gründen Fastengruppen. Ein Kalender und Fastenbriefe bieten Anregungen für eine intensive Beschäftigung. Dabei gehe es nicht darum, ein paar Pfunde loszuwerden und eine gute Frühjahrsfigur zu bekommen, bekräftigte Klahr. "Es geht um eine innere Haltung und um die Wahrnehmung für das, was unsere Freiheit zum Leben und Handeln einschränkt oder belastet."

Manche Gewohnheit und manche Vor- und Selbsturteile "hängen viel schwerer an uns als ein paar Pfunde Übergewicht", mahnte der Landessuperintendent des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland. Fasten könne dann auch bedeuten, in der Passionszeit einen falschen, krank machenden Ehrgeiz loszulassen. "Oder den selbst auferlegten Druck, immer das Beste bringen zu wollen." Niemand müsse von sich und anderen dauernd Höchstleistungen verlangen. "Vielmehr dürfen wir das menschliche Maß zurückgewinnen und so dem Leben mit Respekt begegnen."

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