Evangelische Kirchen in Niedersachsen bekunden Respekt für Wulff

Nachricht 16. Februar 2012

Wolfenbüttel/Hannover (epd). Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben Christian Wulff ihren Respekt für seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten bekundet. "Die Frage nach Schuld oder Unschuld, wird die Justiz klären", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Freitag in Hannover mit Blick auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Wulff: "Für Christinnen und Christen jedoch gilt, dass vor Gott die Anerkennung eines Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und eigenen Fehlern ist."

Diesen Trost und diese Gewissheit wünsche er Wulff und seiner Familie, sagte Meister, der auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist. Er habe das den Wulffs in einem persönlichen Brief geschrieben. Wulff war von 2003 bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Jahr 2010 Ministerpräsident in Niedersachsen.

Der evangelische Landesbischof Friedrich Weber aus Braunschweig würdigte den Rücktritt als konsequenten Schritt. Eine gegenteilige Reaktion hätte das Amt angesichts der Ermittlungen nachhaltig beschädigt, sagte er. Zugleich warnte er davor, den zurückgetretenen Bundespräsidenten menschlich zu diskreditieren.

Wulff sei für sein Bemühen zu danken, die Integration von Menschen anderer Herkunft, Kultur und Religion in Deutschland zu fördern. Dieses Anliegen in der Breite der Gesellschaft fortzusetzen, bleibe eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Weber war von 2005 bis 2011 Ratsvorsitzender der evangelischen Konföderation.

Auch der Oldenburger Bischof Jan Janssen sagte, dass jeder Rücktritt Respekt verdiene: "Mit so einem Schritt ist - wann immer er fällt - immer auch eine schwere persönliche Entscheidung verbunden."

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen