Fundraising-Experte zum Thema Großspenden

Nachricht 08. Februar 2012

Braunschweig/Hannover (epd). Großspenden von 10.000 Euro und mehr wie derzeit in Braunschweig sind nach Beobachtungen des evangelischen Fundraising-Experten Paul Dalby keine Seltenheit mehr. Der dortige anonyme Serien-Spender entspreche diesem Trend, sagte der evangelische Pastor am Mittwoch in Hannover dem epd. Er bezifferte den Anteil anonymer Spenden auf stabilen drei bis vier Prozent. Dalby leitet die Abteilung Fundraising im Evangelischen MedienServiceZentrum der hannoverschen Landeskirche.

In Braunschweig hat ein unbekannter Wohltäter inzwischen anonyme Spenden von mindestens 130.000 Euro verteilt. Jeweils 10.000 Euro Bargeld steckten ohne Absenderangabe in den Briefkästen von Kindergärten und Suppenküchen oder im Gesangbuch in einer Kirche.

Der frühere Braunschweiger evangelische Propst Armin Kraft sagte, die Spender-Szene in der Stadt sei durch mehrere Unternehmerpersönlichkeiten und deren Stiftungen geprägt. Aber auch die eine oder andere "Beamtenwitwe" hinterlasse ihr Geld in einer Stiftung oder Unterstiftung.

Der anonyme Serien-Spender ist für Kraft "eine neue Version des Wohltäters", die besonderes Aufsehen errege. Diese Form der Spende sei aber nicht ganz unproblematisch. Der Wirbel um Großspenden könne dazu führen, dass sich Kleinspender zurückzögen, weil sie verunsichert seien, ob ihre Spende noch erforderlich sei.

Die Empfänger der Spenden sollten deshalb genaue Rechenschaft über die Verwendung des Geldes geben, empfiehlt Kraft. Als Beauftragter des Braunschweiger Oberbürgermeisters Gert Hoffmann (CDU) gegen Kinderarmut ist der ehemalige Propst ständig dabei, Spenden zu sammeln.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen