Forschungsprojekt: Reformation im östlichen Niedersachsen

Nachricht 04. Februar 2012

Göttingen (epd). Göttinger Wissenschaftler wollen in einem neuen Projekt erforschen, wie sich die evangelische Kirche im 16. Jahrhundert im östlichen Niedersachsen verbreitete. "Erstmals ist es möglich, die alltägliche Ausübung von Kirchenmacht zu untersuchen", sagte der Projektleiter der Georg-August-Universität Arne Butt am Mittwoch. Der Arbeit liegen rund 15.000 historische Sitzungsprotokolle von kirchlichen Leitungsgremien zugrunde. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über zwei Jahre mit insgesamt 200.000 Euro gefördert.

Im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde die lutherische Lehre 1568 offiziell eingeführt. Dabei versuchten nicht nur die Pastoren, sondern auch die Gemeinden vor Ort, den evangelischen Glauben in der Bevölkerung zu integrieren, sagte der Historiker. "Die Einhaltung der Kirchenordnung bedurfte einer dauerhaften Kontrolle." Dabei sei besonders interessant, wie das Gremium seine Macht nach außen wahrnahm und wie Diskussionen geführt wurden.

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