Friedlicher Protest gegen Rechtsextremismus

Nachricht 04. Februar 2012

Delmenhorst/Tostedt (epd). Rund 1.200 Menschen haben am Wochenende in Niedersachsen friedlich gegen Rechtsextremismus protestiert. In Delmenhorst demonstrierten nach Polizeiangaben rund 250 Bürger gegen ein geplantes Konzert der bei Hooligans und Neonazis beliebten Band "Kategorie C". In Tostedt im Kreis Harburg protestierten etwa 1.000 Menschen gegen die Aufhebung eines Gerichtsentscheides. Ein überregional bekannter Neonazi hätte eigentlich seinen Laden schließen müssen, der auch als Szene-Treff genutzt wird. Aufgrund von Formfehlern wurde der Entscheid aber wieder aufgehoben.

Das Konzert in Delmenhorst sei augenscheinlich kurzfristig abgesagt worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Die Gruppe sei in der Stadt nicht aufgetreten. 35 Mitglieder des "Breiten Bündnisses gegen Rechts" hatten in der Innenstadt am Abend noch eine Mahnwache abgehalten.

In Tostedt endete der Protestzug am Sonnabend mit einem ökumenischen Gottesdienst. Der rechtsextreme Ladenbesitzer hatte 2010 bei einem Streit mit Nazigegnern vor seinem Laden ein Messer getragen und war am selben Tag mit einer Schusswaffe gefasst worden.

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