Landesbischof: Kirche muss ihrem Auftrag treu bleiben

Nachricht 01. Februar 2012

Osnabrück (epd). Der evangelische Landesbischof Ralf Meister und der katholische Generalvikar Theo Paul haben die Kirchen aufgefordert, die eigene Botschaft deutlicher herauszustellen. In einer immer komplexer werdenden Gesellschaft dürften sie nicht jedem Zeitgeist hinterher rennen, betonte Meister, Bischof der hannoverschen Landeskirche, am Mittwochabend in Osnabrück: "Die Kirche muss zuallererst ihrem Auftrag treu bleiben."

Angesichts des Mitgliederschwunds forderte Meister mehr Gelassenheit. Es könne nicht immer nur um Quantität gehen. Christen müssten auch darauf vertrauen, "dass der Glaube erfahren wird durch den Heiligen Geist und in Freiheit angenommen wird".

Der Osnabrücker Generalvikar Paul sagte, es sei wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben und daraus Lösungen für Probleme zu entwickeln. Eine eindeutige christliche Position, einfache Antworten auf alle ethischen oder politischen Fragen gebe es nicht. "Aber wir müssen der Sauerteig bleiben, ohne immer sauer zu wirken." Paul, Verwaltungschef des Bistums Osnabrück, und der Bischof diskutierten anlässlich des Antrittsbesuchs Meisters in Osnabrück in der Katharinenkirche.

Paul griff den Vorschlag Meisters auf, eine neue Kultur der Vergebung in der Gesellschaft zu etablieren. Er könne sich sogar vorstellen, den eigentlich evangelischen Buß- und Bettag "ökumenisch anzugehen". Meister hatte zuvor in einem Zeitungsinterview gesagt, die Gesellschaft müsse eine Form der Einsicht in die eigene Schuld finden, statt immer nur anzuklagen.

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