Kältehilfe

Nachricht 31. Januar 2012

Wenn die Temperaturen im Winter auf Minusgrade sinken, sind wohnungslose Menschen in Niedersachsen vom Kältetod bedroht. In jedem Jahr erfrieren Wohnungslose auf Parkbänken, in Hauseingängen oder Gartenlauben, in denen sie Schutz vor der Kälte suchten. Diakonische Anlaufstellen in Niedersachsen bieten Wohnungslosen mit Tagesaufenthalten, Kontaktläden oder Essensausgeben Zuflucht vor dem Frost.

Doch das reicht nicht: Einige Wohnungslose nehmen aufgrund der eisigen Temperaturen oder Rauschmitteln die Gefahr des Kältetods nicht wahr und können sich nicht selbst schützen. Hier ist die Mithilfe der Bevölkerung dringend gefragt. „Wer einen hilflosen Menschen in der Kälte sieht, sollte diesen sofort ansprechen und sich umgehend an zuständige Dienststellen der Diakonie oder Bahnhofsmission wenden“, so Dr. Peter Szynka, Referent für Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk der Landeskirche Hannovers. Auch die Polizei könnte über die Notfallnummer 110 informiert werden.

Grundsätzlich raten die Einrichtungen für Wohnungslose dringend davon ab, im Winter im Freien zu schlafen. Es stehen eine Vielzahl von Notunterkünften zur Verfügung, und auch die Deutsche Bahn oder Städtische Verkehrsbetriebe lassen ihre Stationen für Obdachlose geöffnet. „In Hannover beispielsweise schlafen momentan maximal noch 20 Menschen auf der Straße“, erklärt Gottfried Schöne, Leiter der Zentralen Beratungsstelle der Diakonie Hannover. Diese unterstützen Straßensozialarbeiter des Stadtverbands Hannover gemeinsam mit dem Verein „Selbsthilfe für Wohnungslose“.

Neben dem ökumenischen Mittagstisch, der aufgrund der Kälte mit mehr als 200 Personen an einem Tag besonders stark besucht ist, wird besonders warme Kleidung für Wohnungslose benötigt. Zwar bieten die Bekleidungsausgaben Winterjacken, Isomatten und Schlafsäcke an, doch aufgrund der eisigen Temperaturen sind die Kammern schnell leer. Gottfried Schöne ruft darum auf, Sachspenden mit warmer Bekleidung von der Winterjacke bis zur warmen Unterwäsche und Schlafsäcken abzugeben. Die Zentrale Beratungsstelle in Hannover (Hagenstraße 36, Telefon: 0511/99040-32) nimmt Spenden aus der Bevölkerung dafür gern entgegen und verteilt sie auf zugehörige Einrichtungen.

Etwa 22.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Seit 1991 sind nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. mindestens 272 Menschen in Deutschland auf der Straße erfroren.

Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.,         

Maike Lukow, Volontärin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit