Weltweites Gebet für die Einheit der Christen

Nachricht 31. Januar 2012

Trotz aller Meinungsverschiedenheiten und Spaltungen haben Kirchen und Gemeinden im Januar gemeinsam die Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert, die dieses Jahr dem zentralen Thema „Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus“ (vgl. 1. Kor 15,51-58) gewidmet ist.

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird gemeinsam vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) organisiert und findet vom 18. bis 25. Januar (auf der Nordhalbkugel) und zu Pfingsten (auf der Südhalbkugel) statt.

In diesem Jahr wurden die Texte von den Kirchen in Polen vorbereitet, die über ihre eigene Geschichte der Teilung und des Siegs über die Unterdrückung nachgedacht haben und ihre Gedanken und Gebete mit Christen in aller Welt teilen.

Die Materialien wurden Kirchen in aller Welt über den ÖRK und den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen zugeleitet und für lokale Feiern und Veranstaltungen an den jeweiligen Kontext angepasst.

In den Philippinen, wo die Menschen mit einer Regierungskrise konfrontiert sind, setzten die Kirchen sich an vorderster Stelle für die nationale Einheit ein und arbeiteten über ihre lehrmäßigen Differenzen hinweg zusammen. Gemeinsam haben sie die Gebetswoche für die Einheit der Christen mit Gebeten für den Wandel und Frieden im Land begangen.

In ähnlicher Weise haben Churches together in Britain and Ireland die Bedeutung des „Wandels“ als integralen Bestandteil der Theologie und Einheit unter den Kirchen hervorgehoben.

„Der Wandel ist auch Herzstück der ökumenischen Bewegung. Wenn wir für die Einheit der Kirche beten, so beten wir, dass die Kirchen, die wir kennen und die uns so vertraut sind, Christus immer ähnlicher werden und sich in diesem Prozess der Annäherung verwandeln“, betonten sie.

Zur Feier des Gebetstags fanden auch Veranstaltungen in Frankreich, in der Schweiz und in ganz Europa statt, bei denen die beteiligten Kirchen, die orthodoxe, römisch-katholische und evangelische Kirchen einschlossen, in Gebet und Meditation gemeinsam über das Thema der christlichen Einheit nachdachten.

Überall in den USA und Kanada begingen christliche Gemeinden die Gebetswoche für die Einheit der Christen mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen in den Gemeinden.

Laut Pastor Victor Kim von der Grace Presbyterian Church in Calgary „ist es eine Woche, die ihrem Wesen nach ökumenisch ist. Es steht nicht eine besondere Konfession oder Tradition im Vordergrund. Vielmehr ist es eine Woche, die die römisch-katholische, die evangelischen und andere Traditionen, einschließlich der orthodoxen, zusammenbringt und in der ganzen Welt gefeiert wird“.

Für Dr. Tamara Grdzelidze, Programmreferentin der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, eröffnet das Thema unterschiedliche Perspektiven und macht deutlich, dass die Kraft des Glaubens ein Faktor der Einheit ist, der bewirkt, dass wir in unseren unterschiedlichen kirchlichen Kontexten verwurzelt bleiben.

In einem Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen, der am 23. Januar im Ökumenischen Zentrum in Genf stattfand, erklärte Grdzelidze: „Die Lesung aus dem Korintherbrief macht die zentrale Antonomie, die Paradoxie, des Christentums deutlich - die Niederlage wird zum Sieg, die Kreuzigung zur Auferstehung und der Tod wird in Leben verwandelt.“

Grdzelidze betonte, die Gebetswoche diene der Stärkung der christlichen Einheit, die wesentlich zum Christentum gehöre: „Um dem Herrn nachzufolgen, ihm zu dienen und uns des Sieges über den Tod würdig zu erweisen, sind wir zur Einheit des Glaubens in seinen vielfältigen Ausdrucksformen aufgerufen – in der tätigen Liebe, in Gebet und Reflexion, in aktivem oder proaktivem Engagement. Die Einheit im Glauben stellt in der Tat den Sieg über Hass, Bosheit, hohle Worte, Trägheit dar.“

Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, von der (lutherischen) Kirche von Norwegen. Hauptsitz: Genf, Schweiz.