EKD-Ratsvorsitzender besorgt über rechte Gewalt

Nachricht 26. Januar 2012

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat am heutigen „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ seiner großen Besorgnis anlässlich rechtsextremer Gewalt und rechtsextremen Gedankengutes in Deutschland Ausdruck verliehen.

„Die Aufdeckung der Mordtaten der neonazistischen Terrorgruppe NSU und die Tatsache, dass die Gruppe einen großen Kreis von Unterstützerinnen und Unterstützern hatte, sind ein Warnsignal, das nicht übersehen werden darf“, sagte Schneider heute am Rande der Sitzung des Rates der EKD in Hofgeismar.

Der Ratsvorsitzende beklagte, dass neonazistisches Gedankengut in der Gesellschaft verbreitet sei. Dieser Entwicklung gelte es auf allen Ebenen energisch zu widerstehen. In diesem Zusammenhang lobte Schneider die Arbeit der „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus“, der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und vieler anderer Gruppen. Schneider: „Ich danke allen Personen, Gemeinden und Initiativen, die an vielen Orten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Rechtsextremismus leisten.“ Schneider kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung weiterhin an der so genannten „Extremismusklausel“ festhalten wolle: „Diese Auflage für Gruppen und Initiativen gegenüber dem Bundesfamilienministerium ist absolut kontraproduktiv im Kampf gegen Rechts.“

Der Ratsvorsitzende räumte ein, dass rechtes Gedankengut auch in Kirchengemeinden zu finden sei. Diesem müsse mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. „Evangelische Christinnen und Christen müssen deutlich und unmissverständlich Zeugnis vom Evangelium Jesu Christi ablegen: Alle Menschen sind gleichwertige Geschöpfe Gottes. Christliche Nächstenliebe verlangt, mit Klarheit gegenüber rechtsextremistischen Haltungen jeder Art einzutreten“, so Schneider.

Hofgeismar/Hannover, 27. Januar 2012

Pressestelle der EKD, Reinhard Mawick