Sonderausstellung in Bergen-Belsen zum Holocaust-Gedenktag

Nachricht 23. Januar 2012

Bergen-Belsen/Kr. Celle (epd). Die Gedenkstätte Bergen-Belsen erinnert mit einer Wanderausstellung und Führungen zum Holocaust-Gedenktag an diesem Freitag an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Um 16 Uhr wird die Ausstellung "Generationen. KZ-Überlebende und die, die nach ihnen kommen" eröffnet, teilte die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers bei Celle mit. Zum Start der Wanderausstellung führe eine deutsch-polnische Theatergruppe eine szenisch-musikalische Interpretation von Stücken von Elie Wiesel und Itzhak Katzenelson auf.

Die Ausstellung mit Bildern des hannoverschen Fotografen Mark Mühlhaus und Texttafeln zeige Überlebende der Konzentrationslager, die an die Orte ihres Leidens zurückkehrten, hieß es. Die Fotos seien zwischen 2007 und 2011 während Gedenkfeiern, Zeitzeugengesprächen und Jugendworkcamps deutscher, österreichischer und polnischer Gedenkstätten aufgenommen worden. Sie dokumentierten den Bezug der Generationen zueinander, weil sie die Überlebenden zusammen mit Angehörigen und mit Jugendlichen zeigten, denen sie von ihrem Schicksal berichten.

Zum Gedenktag sind in Bergen-Belsen zudem um 11, 12 und 13 Uhr Führungen durch die Dauerausstellung und über das Gelände geplant. Die Ausstellung ist bis zum 15. April zu sehen. Sie wurde nach Angaben der Veranstalter unter anderem bereits in der Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg gezeigt. Weitere Station ist die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Bayern.

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wird seit 1996 am 27. Januar begangen. An diesem Tag war 1945 das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit worden. In Bergen-Belsen kamen während der NS-Zeit rund 20.000 Kriegsgefangene und mehr als 50.000 Häftlinge des Konzentrationslagers um. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager.

Stichwort: Holocaust-Gedenktag

Hannover (epd). Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamiert und auf den 27. Januar festgelegt. An diesem Tag war 1945 das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit worden.

Die Vereinten Nationen riefen 2005 den 27. Januar als "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust" (International Day of Commemoration to honour the victims of the Holocaust) aus. Seit 2006 wird er weltweit begangen. Der Bundestag kommt an diesem Gedenktag alljährlich zu einem Staatsakt zusammen, an dem alle Spitzen der Verfassungsorgane teilnehmen.

Der Begriff "Holocaust" leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "Brandopfer". Er wird heute vor allem für den systematischen Völkermord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten verwendet. Bis zum Kriegsende wurden rund sechs Millionen Juden ermordet.

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