Stolpersteine für im Holocaust ermordete Schüler in Hildesheim verlegt

Nachricht 22. Januar 2012

Hildesheim (epd). Stolpersteine vor einer Schule in Hildesheim sollen künftig an 16 im Holocaust ermordete Schüler erinnern. "Diese Steine sind symbolhaft und sollen anregen, über diese Schicksale zu stolpern", sagte der Hildesheimer Oberbürgermeister Kurt Machens bei einer Gedenkveranstaltung am Montag. Die Steine verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig vor dem Goethegymnasium. Die ermordeten Schüler gingen am selben Ort in die damals genannte Höhere Töchterschule, die später staatliche Goetheschule hieß.

Schüler des Goethegymnasiums hatten zuvor die Schicksale der 16 Jugendlichen aufgearbeitet und in einer Broschüre zusammengefasst. Initiator Hartmut Häger vom Kulturbüro der Stadt lobte ihr das Engagement. "Diese Bodendenkmäler sind Lernanstöße." Wer stolpert, sei gezwungen, innezuhalten und nachzudenken.

Das Projekt "Stolpersteine" geht auf den Künstler Demnig zurück, der etwa zehn mal zehn Zentimeter große Steine ins Straßenpflaster einlässt. Sie haben eine gravierte Messingplatte mit Namen, Geburts- und Sterbedatum sowie Todesort von Menschen, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. Seit 1995 hat Demnig den Angaben zufolge über 30.000 Stolpersteine in mehr als 750 Orten in zehn Ländern Europas hinterlassen. Sein Erinnerungs- und Kunstprojekt gilt als weltgrößtes dezentrales Mahnmal.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen