Landessuperintendent Brandy warnt vor Demontage der europäischen Idee

Nachricht 20. Januar 2012

Stade (epd). Der Stader Landessuperintendent Hans Christian Brandy warnt davor, angesichts der europäischen Finanzkrise die Idee eines vereinten Europas generell in Frage zu stellen. Europa sei eine grandiose Erfolgsgeschichte, schreibt Brandy in der "Evangelischen Zeitung", die am Wochenende in Hannover erschienen ist. "Es bildet eine Friedensordnung, wie sie sich die Menschen in vielen Jahrhunderten sehnsüchtig gewünscht hätten. Diese Idee gilt es zu verteidigen."

In der Krise mache sich leicht eine europaskeptische Stimmung breit, schreibt der evangelische Regionalbischof. Doch vor allem die Deutschen müssten daran interessiert sein, dass Europa nicht nur in wirtschaftlichen Fragen gemeinsam handle. "Es kommt darauf an, die Vision eines demokratischen und föderalen Europas weiter zu entwickeln, und zwar so, dass sie den Menschen plausibel wird."

Nach Brandys Überzeugung sollten sich daran auch die christlichen Kirchen beteiligen. "Wir leben in der Ökumene das Konzept versöhnter Verschiedenheit, das in anderer Weise auch Europa guttun würde." Die verschiedenen Kirchen sollten die europäische Idee gemeinsam weiterentwickeln. Sie sollten in stürmischen Zeiten als engagierte Anwälte Europas auftreten.

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