Abgeschobene vietnamesische Familie kehrt im Februar nach Deutschland zurück

Nachricht 18. Januar 2012

Hoya/Kr. Nienburg (epd). Die vietnamesische Familie Nguyen, die im November aus dem niedersächsischen Hoya nach Hanoi abgeschoben worden war, kann voraussichtlich in der ersten Februarwoche nach Deutschland zurückkehren. In der vergangenen Nacht hätten die Eltern mitgeteilt, dass sie nun die Reisepässe für sich und ihre beiden Kinder erhalten haben, sagte der Hoyaer evangelische Gemeindepastor Andreas Ruh am Donnerstag dem epd.

Die für die Einreise notwendigen Visa könnten sie am 30. Januar bei der deutschen Botschaft abholen. "Dann werden wir von hier aus die Flüge buchen, und wenn alles gutgeht, können sie Anfang Februar zurück sein", sagte Ruh. Die Nguyens waren von den vietnamesischen Behörden seit Wochen immer wieder vertröstet worden.

Pastor Ruh und weitere Gemeindemitglieder unterstützen die Familie bereits seit Jahren. Sie lebte 19 Jahre in Deutschland und war Anfang November abgeschoben worden. Die 20-jährige Tochter, die ein Aufenthaltsrecht besitzt, blieb allein zurück. Der Fall schlug hohe Wellen, weil die Nguyens als Beispiel für gelungene Integration galt.

Die Eltern arbeiteten in einer Baumschule. Die Behörden warfen ihnen vor, bei der Einreise nicht ihren richtigen Namen angegeben zu haben. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte sich nach Protesten von Kirchen, Flüchtlingsorganisationen und Privatpersonen für die Rückkehr eingesetzt. Nach kurzer Prüfung hatte das Bundesinnenministerium der Familie einen gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland gewährt.

Vor allem die sechs und neun Jahre alten Kinder hatten unter der Situation in Hanoi gelitten. Die Familie war in beengten Verhältnissen bei Verwandten untergekommen.

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