Kirchlicher Entwicklungsdienst will fairen Handel weiter ankurbeln

Nachricht 17. Januar 2012

Hannover/Braunschweig (epd). Mit einem bundesweit einzigartigen Preis für fairen und ökologischen Einkauf will der Entwicklungsdienst der evangelischen Landeskirchen Braunschweig und Hannover künftig den fairen Handel weiter ankurbeln. Dabei sind rund 2.000 Gemeinden und weit über 1.000 Einrichtungen in Kirche und Diakonie in Niedersachsen aufgerufen, sich um den "Fairen Einkaufswagen" zu bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 31. März.

Der "Fairtrade Award" wird erstmalig 2012 und danach alle zwei bis drei Jahre vergeben. Den drei Gewinnern winken Preise von 3.000, 2.000 und 1.000 Euro. Zudem wird ein Sonderpreis von 1.000 Euro für eine Kirchengemeinde vergeben. Nach wie vor würden in manchen Ländern der Dritten Welt Produkte etwa durch Kinderarbeit hergestellt, sagte der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber.

Nach einer Umfrage des Entwicklungsdienstes verwenden rund zwei Drittel aller Gemeinden der hannoverschen Landeskirche inzwischen Kaffee oder Tee aus fairem Handel. Eine Studentin hatte im vergangenen Jahr 563 der insgesamt 1.320 Gemeinden per Mail befragt. In den 220 Antworten gab nur ein Prozent an, fair gehandelte Produkte nicht zu kennen.

Das Parlament der Landeskirche hatte die Gemeinden 2002 aufgerufen, ihren Konsum auf Produkte aus fairem Handel umzustellen. Diese alternative Art des Handels achtet auf ökologisch, wirtschaftlich und sozialverträgliche Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern. Der Aufruf der Synode sei angekommen, und die Qualität der Produkte werde anerkannt, folgerte die beauftragte Studentin.

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