Hannoversche Landeskirche weitet Engagement gegen Rechtsextremimus aus

Nachricht 16. Januar 2012

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche will ihr Engagement gegen Rechtsextremimus weiter ausbauen und besser vernetzen. Dazu lade die vor gut einem Jahr gegründete "Initiative für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" der Landeskirche am 10. Februar erstmals alle Interessierten zu einer Vollversammlung ein, sagte ihr Sprecher, Pastor Jürgen Schnare, am Dienstag. Mittlerweile engagierten sich in Niedersachsen immer mehr Menschen gegen Neonazis.

Die Initiative habe Kontakt zu mehr als 170 Gruppen und Einzelpersonen aus Kirche, Politik und Verbänden, sagte Schnare, der auch Weltanschauungsbeauftragter der Landeskirche ist. Sie solle bestehende Bündnisse und engagierte Einzelne unterstützen und besser vernetzen. "Das ist auch nötig, weil der Rechtsextremismus durch Aufmärsche, menschenfeindliche PR-Aktionen, Schmierereien und sogar Brandanschläge vermehrt in Erscheinung tritt."

Zu der Vollversammlung in Hannover werden auch Experten erwartet. Unter ihnen sind der Theologiestudent und Aussteiger aus der rechtsextremen Szene, Johannes Kneifel aus Berlin, und Reinhard Koch vom Zentrum für demokratische Bildung in Wolfsburg.

Die landeskirchliche Initiative greift Schnare zufolge Beschlüsse der Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Landessynode auf. Es werde dazu aufgerufen, sich gegen rechtsextreme Tendenzen zu wehren. Der Protest gegen rassistische, antisemitische und antidemokratische Einstellungen sei für Christen eine unabweisbare Verpflichtung, heißt es im Votum des hannoverschen Kirchenparlamentes.

Die Versammlung beginnt um 14.30 im "Haus Kirchlicher Dienste" in Hannover. Anmeldungen an die Arbeitsstelle Weltanschauungsfragen, Tel. 0511/1241-452

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