Auf dem Weg zur Versöhnung: Professor Ismar Schorsch zu Gast in Hannovers Marktkirche

Nachricht 26. Oktober 2011

Ein renommierter Experte für moderne jüdische Geschichte ist am Mittwoch, 9. November in Hannover zu Gast: Professor Dr. Ismar Schorsch wird zum 74. Jahrestag der Progromnacht im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in der Marktkirche seinen Vortrag "Von Wiedergutmachung zu Versöhnung: Etappen einer Vergangenheitsbewältigung" halten. Der von Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann moderierte Abend beginnt um 19 Uhr. Landesbischof Ralf Meister und Bürgermeister Bernd Strauch werden Gedenkworte sprechen.

Als Historiker und Experte für moderne jüdische Geschichte, insbesondere für die Geschichte der Juden in Deutschland, wird Ismar Schorsch seine Forschungsergebnisse zu dem umfassenden Thema der deutschen Vergangenheitsbewältigung präsentieren, dies jedoch auch und ganz besonders im Licht seiner persönlichen Erfahrung.

Ismar Schorsch war Kanzler am berühmten Jewish Theological Seminary in New York. und er war Präsident des Leo Baeck Instituts. Eine besondere Beziehung verbindet ihn mit Hannover, denn er wurde hier geboren. Sein Vater, Emil Schorsch, war Rabbiner der großen Synagoge Hannovers in der Calenberger Neustadt, die in der Nacht vom 9. November 1938 zerstört wurde. Nach der Deportation und Freilassung seines Vaters aus dem KZ Buchenwald gelang Ismar Schorschs Familie die Flucht nach England. Von dort emigrierte sie 1940 in die USA. Damals war Ismar Schorsch fünf Jahre alt.

Referat für Öffentlichkeitsarbeit im Stadtkirchenverband Hannover

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26.10.2011