Bischof Meister und Ministerpräsident McAllister eröffnen Gedenkstätte KZ Esterwegen

Nachricht 24. Oktober 2011

Esterwegen/Kr. Emsland (epd). Mit einer Gedenk- und Dokumentationsstätte soll künftig an die Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen im niedersächsischen Emsland erinnert werden. Eine Ausstellung und das neu gestaltete Außengelände zeichneten das ehemalige Lager nach und dokumentierten das Leid der Häftlinge, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, Andrea Kaltofen. Zur Eröffnung am kommenden Montag werden der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU), der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erwartet.

In der Gedenkstätte werde an alle 15 Moorlager im Emsland erinnert, sagte Kaltofen. Von 1933 bis 1945 waren dort insgesamt rund 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene und bis zu 180.000 Kriegsgefangene inhaftiert. Bis zu 30.000 Menschen, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, kamen in den Moorlagern um. Prominentestes Opfer in Esterwegen war der spätere Friedensnobelpreisträger und Friedensaktivist Carl von Ossietzky (1889-1938). Als Gefangener 562 litt er dort von 1934 bis 1936.

Der Bund, niedersächsische Stiftungen und der Landkreis Emsland investierten den Angaben zufolge insgesamt 5,8 Millionen Euro in die Gedenkstätte. Weil vom ehemaligen Lager nur noch wenige Spuren vorhanden sind, ist das Gelände nach Entwürfen des Architekten Hans-Hermann Krafft neu gestaltet worden. Rostige Stahlelemente markieren Mauern, Wachtürme und Tore. Entlang der Umrisse der einstigen Gefangenenbaracken sind junge Bäume gepflanzt worden.

Bereits am Vorabend der Eröffnung wird die Gedenkstätte mit einem ökumenischen Gottesdienst von dem evangelischen Regionalbischof Detlef Klahr und dem katholischen Generalvikar Theo Paul eingeweiht. Die Feier beginnt um 18 Uhr.

Internet: www.gedenkstaette-esterwegen.de

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24.10.2011