Kirchenpolitischer Verein GOK will weiter für Reformen werben

Nachricht 24. Oktober 2011

Hannover (epd). Der Verein "Gruppe Offene Kirche" (GOK) in der hannoverschen Landeskirche will nach einem gescheiterten Versuch der Selbstauflösung doch weitermachen. "Es besteht nach wie vor Reformbedarf", sagte Pastor Wilhelm Niedernolte vom Vorstand am Montag in Hannover. Die Arbeit solle aber von anderen fortgeführt werden. Die Generation von Engagierten, die den Verein 1971 gegründet hatte, habe ihr Werk getan. Viele seien inzwischen im Ruhestand.

Der Vorstand hatte im Frühjahr beantragt, den Verein mit zuletzt noch 175 Mitgliedern aufzulösen. Bei einer Mitgliederversammlung kam aber keine Zweidrittel-Mehrheit dafür zustande. Nun soll am 31. Oktober ein neuer Vorstand gewählt werden. Niedernolte und andere wollen dabei nicht mehr kandidieren. Künftig werde das Internet eine stärkere Rolle spielen, sagte er. Der Verein hatte im Frühjahr noch sein 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Niedernolte nannte als aktuelle Reformprojekte Strukturveränderungen und die Qualitätsentwicklung. Kriterium sei der protestantische Anspruch, möglichst viele Christen zu beteiligen. Die hannoversche Landeskirche ist mit knapp drei Millionen Mitgliedern die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Die GOK ist der eher progressive von bisher zwei kirchenpolitischen Vereinen in der Landeskirche. Ihr Pendant, der eher konservative Verein "Lebendige Volkskirche" (LVK), hatte sich im Oktober aufgelöst. Der GOK-Verein unterstützt die GOK-Gruppe innerhalb der hannoverschen Landessynode, dem Kirchenparlament. Er wurde 1971 gegründet, um mehr Demokratie in die Kirche zu bringen. Zu den Gründern gehörte der spätere Landesbischof Horst Hirschler.

Der Verein habe dafür gestritten, gesellschaftspolitische Themen in der Kirche aufzunehmen, hieß es. So sei über die Atomenergie ebenso diskutiert worden wie über Nachrüstung und Friedensarbeit. Der Verein setzte sich für die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften und für eine Frau im Bischofsamt ein. Die Zahl der Mitglieder sei aber von mehr als 300 Mitgliedern vor rund zehn Jahren auf zuletzt unter 200 gesunken.

Internet: www.gok-niedersachsen.de

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24.10.2011