Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen will 2017 Gebetswoche gestalten - Bischof Weber: ACK will kein nationaler Kirchenrat sein

Nachricht 20. Oktober 2011

Ludwigshafen/Braunschweig (epd). Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) will im Reformationsjahr 2017 die Gebetswoche für die Einheit der Christen gestalten. Die bundesweite Mitgliederversammlung in Ludwigshafen beschloss, sich beim Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen für eine Ausrichtung zu bewerben, teilte der kirchliche Dachverband am Donnerstag mit.

Damit wolle die ACK im Jahr des Reformationsgedenkens einen internationalen ökumenischen Akzent setzen. "Im gemeinsamen Gebet erfüllen wir den Auftrag Jesu Christi über alle historisch entstandenen Grenzen, die die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften voneinander trennen", sagte der der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber als ACK-Bundesvorsitzender. Die Christen in Deutschland verbänden sich so mit der weltweiten Christenheit.

Traditionell schlägt eine nationale Arbeitsgruppe ein Thema für die Gebetswoche vor. Dieses wird von einer internationalen Kommission bearbeitet. Deren Mitglieder werden vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Weltkirchenrat bestimmt.

Die Mitgliederversammlung schloss sich nicht einem Antrag aus Sachsen-Anhalt zur Ausrichtung eines dritten Ökumenischen Kirchentags 2017 in der Lutherstadt Wittenberg an. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen würde eine Entscheidung des Deutschen Evangelischen Kirchentags und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken für einen gemeinsamen Kirchentag begrüßen und unterstützen. Sie wolle aber selbst nicht initiativ werden, hieß es.

Der ACK-Vorsitzende Weber betonte, der kirchliche Dachverband wolle auch künftig ein Ort des ökumenischen Austauschs für seine Mitgliedskirchen bleiben.  Eine Entwicklung zu einem "nationalen Kirchenrat" nach US-amerikanischem Vorbild sei nicht vorgesehen. Die beiden großen christlichen Kirchen wollten gegenüber dem Staat und in der internationalen Ökumene ihre Eigenständigkeit und Einflussmöglichkeiten wahren. Deshalb würden sie der Errichtung einer gemeinsamen Vertretung der Kirchen nicht zustimmen.

Der Ökumene-Organisation gehören 17 Kirchen und kirchliche Gemeinschaften sowie vier Kirchen als Gastmitglieder an. Der Dachverband repräsentiert nach eigenen Angaben die große Mehrheit der rund 57 Millionen in Deutschland lebenden Christen.

Internet: www.oekumene-ack.de

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20.10.2011

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen will Ökumene vertiefen

Ludwigshafen/Braunschweig (epd). Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland will trotz angespannter finanzieller Lage die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften weiter vertiefen. In der Vergangenheit sei die ACK auch wegen drastischer Kürzungen der Mitgliedsbeiträge der beiden großen Kirchen in eine sehr schwierige Lage geraten, sagte der Bundesvorsitzende, der evangelische Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber, am Mittwoch in seinem Bericht vor der Mitgliederversammlung in Ludwigshafen.

Der 1948 gegründete kirchliche Dachverband vereinigt derzeit 17 christliche Kirchen, darunter neben den evangelischen und orthodoxen Kirchen auch die römisch-katholische, die alt-katholische und die anglikanische Kirche, Freikirchen wie mennonitische und baptistische Gemeinden sowie die evangelisch-methodistische Kirche. Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft gibt es 24 regionale und 230 örtliche Gliederungen.

Weber sagte, die Arbeitsgemeinschaft sei auch zukünftig eine sinnvolle und notwendige Form der Begegnung und Zusammenarbeit aller christlicher Kirchen in Deutschland. Dort würden neue Formen der Kooperation entwickelt, deren Ziel es sei, die konfessionellen Spaltungen zu überwinden.

Als zukünftige Aufgabe benannte Weber die Frage, wie Kontakte zu weiteren Kirchen und Gemeinschaften, etwa Migrationskirchen, Pfingstkirchen, charismatischen Gruppen und neuen Freikirchen, gepflegt werden können. Kleinere Kirchen und kirchliche Gemeinschaften zeigten ein deutliches Interesse an einer Mitgliedschaft oder Gastmitgliedschaft. Der Vorstand wolle darauf hinarbeiten, dass alle Mitgliedskirchen die Erklärung der christlichen Kirchen in Deutschland zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe unterschreiben.

Bei der Mitgliederversammlung in Ludwigshafen stehen bis einschließlich Donnerstag unter anderem die Themenschwerpunkte Spiritualität, Glaubenspraxis und Gemeinschaft auf dem Programm.

Internet: www.oekumene-ack.de

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19.10.2011