Weltarmutstag am 17. Oktober: Kunstausstellung "meet!2011" / Landesarmutskonferenz warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Nachricht 16. Oktober 2011


"Armut? Ist doch keine Kunst!" - Anlässlich des Weltarmutstages am 17.10. fördert das Diakonische Werk der Landeskirche Hannovers in diesem Jahr die Kunstausstellung "meet! 2011", die vom 15.10 bis zum 5.11.2011 in der Kulturetage im Sofaloft, Jordanstrasse 26, in Hannover stattfindet. Unterschiedliche Künstler aus verschiedenen Ländern werden sich bei diesem Kunstprojekt den drei Grundbedürfnissen  "Nahrung", "Kleidung", "Obdach" beschäftigen.

Damit werden für die Diakonie Hannovers und die Landesarmutskonferenz Niedersachsen die zentrale Anliegen beider Organisationen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und Solidarität angesprochen und auf kreative Weise bearbeitet.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Landesarmutskonferenz warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Hannover (epd). Die Landesarmutskonferenz (LAK) in Niedersachsen hat zum Weltarmutstag an diesem Montag (17. Oktober) vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft gewarnt. Jeder siebte Niedersachse sei von Armut bedroht, sagte ihr Sprecher Horst-Peter Ludwigs in Hannover. Gleichzeitig seien die hundert größten Vermögen in Deutschland um 6,5 Prozent angewachsen: "Die Angst vor einem sozialen Abstieg ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Solidarität nimmt ab, und der soziale Friede ist bedroht."

LAK-Sprecher Martin Fischer von der Diakonie forderte mehr gesellschaftliche Teilhabe für armutsgefährdete Menschen: "Eine größere Verteilungsgerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine solidarische Gesellschaft." Die Kunstausstellung "Meet!2011" in Hannover wolle das Problem stärker ins öffentliche Bewusstsein rufen. Die Schau im Möbelhaus "SofaLoft" in der Jordanstraße 26 sei noch bis zum 5. November zu sehen.

Der Statistik zufolge verzeichnet Hannover mit 19,6 Prozent die höchste Quote armutsgefährdeter Menschen aller deutschen Großstädte, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent sank. Im Vergleich der Bundesländer nimmt Niedersachsen einen Platz im Mittelfeld ein. Höhere Quoten gibt es vor allem in den Stadtstaaten Hamburg (17,4 Prozent) und Bremen (17,3 Prozent) sowie in den Flächenländern Rheinland-Pfalz (15,7 Prozent) und Schleswig-Holstein (15,2 Prozent). Die Zahlen wurden 2010 von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben.

Zur Armutskonferenz gehören die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie weitere soziale Verbände und Initiativen. Gemäß der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus galten demnach im Jahr 2010 Einpersonen-Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 826 Euro als armutsgefährdet.

Internet: www.zepra-niedersachsen.de

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

16.10.2011