Deutsche Seemannsmission im Fernsehgottesdienst: Isolation der Seeleute an Bord ist große Belastung

Nachricht 15. Oktober 2011

Bremerhaven (epd). Isolation, Piraterie und die oft monatelange Trennung von der Familie gehören nach den Erfahrungen der Deutschen Seemannsmission zu den größten Belastungen für Seeleute. Der Job an Bord habe nichts mehr mit der Freiheit und Romantik früherer Zeiten zu tun, sagte Generalsekretärin Heike Proske am Sonntag in einem Fernsehgottesdienst des ZDF. Die Feier unter dem Titel "Getrost setze Segel" wurde aus der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche in Bremerhaven übertragen.

In dieser Isolation könne der Besuch in einem Club der Deutschen Seemannsmission hilfreich sein, sagte Proske. Dort sei auch Raum, um über Gefühle zu sprechen. Wer Gefühle zeige, mache sich zwar verletzlich, räumte die Seelsorgerin ein. "Aber ein solches Gespräch kann sehr befreien." Auch der Glaube gebe Halt. "Weil Jesus Christus der Anker unserer Seele ist und uns auf unserer Lebensreise begleitet." Mit diesem Anker gelinge es, sich den Sorgen des Alltags zu stellen und mit ihnen zu leben.

Die Deutsche Seemannsmission mit ihrer internationalen Zentrale in Bremen gehört zu den ältesten Zweigen berufsbezogener Arbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 125 Jahren leistet sie auf Schiffen, in Seemannsklubs und in Seemannsheimen auf mehreren Kontinenten Seelsorge und Sozialarbeit an Seeleuten aus aller Welt.

Ihre Wurzeln hat die Organisation im diakonischen "Komitee für kirchliche Versorgung im Ausland", das 1886 gegründet wurde. Heute wollen die etwa 700 Haupt- und Ehrenamtlichen mit Freizeitangeboten außerhalb der Bordroutine der Vereinsamung und Entfremdung einzelner Seeleute in den zunehmend multinationalen Besatzungen auf den Schiffen entgegenwirken.

Dafür unterhält die Seemannsmission ein weltweites Netz von 17 Stationen, beispielsweise in Antwerpen, Valparaiso (Chile) oder Lomé (Togo). Besonderes Gewicht legt das Hilfswerk seit einiger Zeit auf die psychosoziale Unterstützung von Piratenopfern.

Hier kommen Sie zum Gottesdienst in der zdf-Mediathek.

Internet: www.seemannsmission.org; www.zdf.de.

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16.10.2011