Niedersachsen gibt Sonntagsverkauf für große Gartencenter frei - Bischof Weber bedauert Entscheidung

Nachricht 12. Oktober 2011

Hannover (epd). Große Gartencenter in Niedersachsen dürfen in Zukunft auch sonntags öffnen. Der Landtag beschloss am Mittwoch in Hannover mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD ein Gesetz, nach dem dort an Sonn- und Feiertagen bis zu drei Stunden Blumen und Pflanzen in kleinen Mengen verkauft werden dürfen. Grüne und Linke stimmten dagegen. Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber bedauerte die Entscheidung.

Die Kirchen hatten vor der Abstimmung davor gewarnt, den Sonntag dem Kommerz zu opfern. Als gemeinsamer Ruhetag sei der Sonntag "ein hohes Kulturgut", das schrittweise verloren gehe, sagte der evangelische Bischof.

Das Sozialministerium hatte im Mai Gartencentern mit einer Fläche von mehr als 700 Quadratmetern per Erlass untersagt, sonntags zu öffnen. Damit sollte eine unklare Rechtslage konkretisiert werden. Die Inhaber und ihre Verbände machten daraufhin Druck im Landtag. Bis dahin hatten Gartencenter in der Art eines Gewohnheitsrechtes sonntags geöffnet. Mit seiner jetzigen Entscheidung glich der Landtag die Regelung an benachbarte Bundesländer an und stellte die Gartencenter kleineren Blumenläden gleich.

Nach dem neuen Gesetz müssen die Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienstzeiten liegen. In anerkannten Ausflugsorten sowie in Kur-, Erholungs- und Wallfahrtsorten dürfen die Gartencenter von Mitte Dezember bis Ende Oktober bis zu acht Stunden öffnen.

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12.10.2011