Ratsvorsitzender der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen warnt vor Lockerung des Sonntagsschutzes

Nachricht 11. Oktober 2011

Hannover (epd). Der niedersächsische Landtag entscheidet an diesem Mittwoch über eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten für Gartencenter an Sonn- und Feiertagen. Dem Parlament liegt ein Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und FDP vor, nach dem dort Blumen und Pflanzen sonntags bis zu drei Stunden verkauft werden dürfen. Bei den evangelischen Kirchen in Niedersachsen stößt die geplante Neuregelung auf Kritik.

Bisher ist es großen Gartencentern mit einer Fläche von mehr als 700 Quadratmetern grundsätzlich verboten, an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. Jetzt sollen sie auf Druck der Inhaber und ihrer Verbände den kleineren Blumenläden gleichgestellt werden. Der Sozialausschuss schränkte allerdings den CDU/FDP-Entwurf ein: Die Geschäfte dürfen nur öffnen, "sofern sie sich auf den Verkauf von Blumen und Pflanzen in kleinen Mengen beschränken", empfiehlt er.

Frische Pflanzen und Blumen seien besonders wichtige und im Agrarland Niedersachsen landestypische Geschenke, an denen ein ausgeprägter Bedarf bestehe, argumentieren CDU und FDP. Dieser könne an Sonn- und Feiertagen nicht allein von kleinen floristisch geprägten Läden gedeckt werden. Blumen würden auch als Grabschmuck gebraucht.

Die Kirchen warnten im Blick auf die neue Regelung davor, den Sonntag dem Kommerz zu opfern. "Der Sonntag ist als Ruhetag ein hohes Kulturgut, das mehr als dreitausend Jahre alt, bewährt und weltweit verbreitet ist", sagte der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Je mehr Dienstleistungen am Sonntag angeboten würden, desto mehr Menschen müssten auf freie Zeit und die Gemeinschaft mit ihren Familien und Freunden verzichten.

Nach der Empfehlung des Sozialausschusses sollen die Öffnungszeiten außerhalb der Gottesdienstzeiten liegen. In anerkannten Ausflugsorten sowie in Kur-, Erholungs- und Wallfahrtsorten sollen die Läden bis zu acht Stunden öffnen dürfen. CDU und FDP machen geltend, dass Baumärkte von der Sonntagsöffnung weiterhin ausgenommen seien. Der Gesetzentwurf gleiche die Rechtslage an andere Bundesländer an.

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11.10.2011