LWB würdigt Friedensnobelpreisträgerinnen

Nachricht 09. Oktober 2011
Der Lutherische Weltbund (LWB) hat mit grosser Freude von der Verleihung des Friedensnobelpreises 2011 an drei Friedensaktivistinnen Kenntnis genommen, die die Welt daran erinnert, dass Glaube und Friedensarbeit nicht voneinander zu trennen sind.

Der Preis wurde am Freitag in Oslo an die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die liberianische Friedensaktivistin Leymah Gbowee und an Tawakkul Karman, eine führende Vertreterin der jemenitischen Demokratiebewegung, verliehen.

LWB-Generalsekretär Pfr. Martin Junge beglückwünschte die drei „herausragenden Frauen“ und betonte, er sei dankbar für ihr inspirierendes Vorbild des gewaltfreien Kampfes für die Sicherheit, Würde und Teilhabe einfacher Menschen sowie für das Recht der Frauen auf volle Beteiligung an der Friedensarbeit.

Bei der Verkündigung der Preisträgerinnen hatte Thorbjørn Jagland, der Vorsitzende des Nobelkomitees, betont: „Wir können Demokratie und dauerhaften Frieden auf der Welt nicht erreichen, wenn Frauen nicht dieselben Möglichkeiten wie Männer zur Beeinflussung von Entwicklungen auf allen Ebenen der Gesellschaft bekommen.“

Junge stellte fest, dies seien Werte, mit denen sich der LWB voll und ganz identifiziere. Der Weltbund sei verpflichtet auf Integrativität und auf die Ermöglichung einer vollumfänglichen Teilhabe von Frauen. Nur wenn Frauen in vollem Umfang beteiligt würden, sei die Menschheit vollständig.

„Es sollte keinesfalls übersehen werden, dass jede dieser Frauen aus ihrem Glauben starke Motivation schöpft. Mangelnder Frieden hat für alle Konsequenzen, egal, welcher Religion sie angehören. Frieden ist für die Menschheit als Ganzes Geschenk und Aufgabe zugleich.“

Das Beispiel Liberia zeige in besonderer Weise, wie ein von Frauen gestalteter Prozess des interreligiösen Dialogs, der Freundschaft und des mutigen gewaltlosen Handelns entscheidend zum Frieden beigetragen habe, erklärte Junge.

„Vor dem Hintergrund seines Kontextes im Heiligen Land erinnert uns LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan immer wieder daran, dass Glaube, Religion und Frieden nicht voneinander zu trennen sind“, fügte der Generalsekretär hinzu.

Er bete darum, so Junge, dass die drei Nobelpreisträgerinnen den Frauen der jüngeren Generation vor Augen führen mögen, von welch grundlegender Bedeutung es sei, dass Frauen an der Basis wie auf höchster Ebene Führungsverantwortung übernehmen.

„Unsere Welt verliert, wenn Frauen an den Rand gedrängt werden. Jedes Gemeinwesen, jedes Land, jede Kirche braucht die volle Mitwirkung der Frauen“, schloss Junge. (365 Wörter)

Die Erklärung des LWB im Wortlaut finden Sie hier

++++++++

Der LWB ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 145 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen ChristInnen in 79 Ländern weltweit angehören. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit. Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz).

+++++++++

Lutherische Weltinformation, info@lutheranworld.com

9.10.2011