Evangelischer Entwicklungsdienst lädt ein: Bremerhavener Tagung zur EU-Fischereipolitik

Nachricht 06. Oktober 2011

Bremerhaven (epd). "Wem gehört der Fisch?" lautet die Leitfrage einer Tagung an diesem Sonnabend im Bremerhavener "Klimahaus". Auf Einladung des Evangelischen Entwicklungsdienstes und der Bremer Meeresschutz-Organisation "Fair Oceans" wollen Experten über entwicklungs- und umweltpolitische Aspekte der EU-Fischereipolitik diskutieren. "Thematisch wird ein Bogen geschlagen, der die Situation der Fischerei im globalen Süden mit der Fischerei an der norddeutschen Küste verbindet", erläuterte Kai Kaschinski von "Fair Oceans".

Die Überfischung der Meere setze der Fischerei zunehmend Grenzen und gefährde die Meeresökologie, erläuterte Kaschinski. Steigender Fischkonsum und ein wachsender Handel mit Fischereierzeugnissen beschleunigten diese Entwicklung. Europa importiere inzwischen mehr als die Hälfte des hier verzehrten Fisches. "Die EU erwirbt mit Partnerschaftsverträgen vor Westafrika und im Pazifik Lizenzen, um seine subventionierten und überdimensionierten Flotten dort auf Fangfahrt schicken zu dürfen."

In diesem Wettkampf verdränge die industrielle Fischerei mehr und mehr handwerkliche Fischer. "Der Fisch, den die Menschen im Süden für ihre Ernährung dringender brauchen als wir, landet letztlich auf unseren Tellern", warnte Kaschinski. An der Tagung, die um 10.30 Uhr beginnt, beteiligen sich unter anderen Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Küstenfischer im Weser-Ems-Gebiet und der Senegalese Gaoussou Gueye. Er ist Generalsekretär des Westafrikanischen Kleinfischereiverbandes.

Internet: www.fair-oceans.info; www.eed.de/fischerei

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6.10.2011