Marktkirche Hannover zeigt Gemälde von Ernst Thoms

Nachricht 05. Oktober 2011

Hannover (epd). Eine Ausstellung mit Bildern des Künstlers Ernst Thoms (1896-1983) ist seit Mittwoch in der hannoverschen Marktkirche zu sehen. Im Mittelpunkt steht dabei das großformatige Gemälde "Der Turmbau" aus dem Jahr 1937, teilten die Organisatoren mit. Dabei zeigt Thoms Arbeiter im Stil seiner Zeit, die einen riesigen stählernen Turm errichten. Er spielt damit auf die biblische Erzählung vom "Turmbau zu Babel" an, in der die Überheblichkeit der Menschen kritisiert wird.

Das Werk wird in der Ausstellung durch weitere Bilder aus jener Zeit ergänzt. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten 1937 alle Werke von Ernst Thoms, die in Museen hingen.

Thoms, der in Nienburg geboren wurde, sei ein herausragender Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" in Hannover gewesen, hieß es. Er habe in der Nähe der Marktkirche gelebt. So sei es im Alltag immer wieder zu Begegnungen zwischen Kunst und Kirche gekommen. 1975 wurde Thoms zum Ehrenbürger von Nienburg ernannt. 1977 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Am 12. Oktober wird der frühere evangelische Stadtsuperintendent Hans-Werner Dannowski das Bild vom "Turmbau" interpretieren. Zwei Wochen später bietet die Tochter des Künstlers, Juliane Ische-Thoms, eine "Dialogische Führung" an. Die Ausstellung läuft bis zum 12. November. Die Marktkirche arbeitet dabei mit dem Museum Nienburg zusammen.

Internet: www.kirche-hannover.de/marktkirche

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5.10.11