"Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit." (Psalm 145,15)

Nachricht 30. September 2011

Am Sonntag ist Erntedankfest. Gottesdienste und Themenbeiträge öffnen Herz und Sinne für Gottes gute Gaben und für die Frage, wie wir verantwortlich damit umgehen. Musik bringt den Dank zum Klingen. Hier finden Sie einige Beispiele, wie das Erntedankfest in der Landeskirche gefeiert wird. Weitere Informationen über Gottesdienste und Veranstaltungen bekommen Sie in Ihrer Kirchengemeinde, Ihrem Kirchenkreis vor Ort.    

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Erntedank - Schönheit auf den zweiten Blick: Landesbischof Meister zum Erntedankfest

Herausgehoben aus dem Alltäglichen ermöglicht das Erntedankfest Rückschau. Der Oktober trägt die Signatur des Besonderen, den Dank für die Schöpfung. Strohballen, Kürbisse, Äpfel, Getreidekronen und Sonnenblumen schmücken traditionell unsere Kirchen zum Erntedankfest und erzählen vom Wunder der jährlichen Ernte. Landesbischof Meisters Blick fällt zum Erntedankfest auf ein Bild mit ungewöhnlichen Gaben, die selten auf den Erntedankaltären zu finden sind - ein Blick auf die Schönheit des scheinbar Wertlosen. Hier lesen Sie Gedanken des Landesbischofs zum Erntedankfest.

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"Komm in meinen Garten": Festgottesdienst am Erntedanksonntag zum Internationalen Heinrich-Schütz-Fest mit Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann

Im Rahmen des Internationalen Heinrich-Schütz-Festes 2011 findet am 2. Oktober 2011 um 11.00 Uhr in der Markuskirche am Lister Platz in Hannover ein festlicher Erntedankgottesdienst unter dem Motto der Motette von Orlando di Lasso „Veni in hortum meum“ – „Komm in meinen Garten“ statt. Teilnehmer des Chorprojekts des Heinrich-Schütz-Festes, Mitglieder der Kantorei St. Johannis unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Lothar Mohn, Vorklassen des Knabenchors Hannover sowie Markuskirchenkantor Martin Dietterle lassen u.a. Motetten von Heinrich Schütz und Orlando di Lasso sowie Orgelmusik von Melchior Schildt erklingen. Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann hält die Erntedankpredigt zum Motto „Komm in meinen Garten“. Pastor Bertram Sauppe leitet den Gottesdienst liturgisch.

Musikalische Mitwirkende sind:
Vorklasse des Knabenchores Hannover (Leitung Ursula Schnaus)

Chor aus Mitwirkenden des Chorprojektes des Internationalen Heinrich-Schütz-Festes und der Kantorei St. Johannis, Hannover (Leitung: Kirchenmusikdirektor Lothar Mohn)

Orgel: Kantor Martin Dietterle

Bläser des Johann Rosenmüller Ensembles
Arno Paduch, ­ Zink - Friederike Otto, ­ Zink - Gerd Schnakenberg, Posaune - Peter Sommer, Posaune - Henning Plumeyer, Posaune - Kristina Filthaut, Dulzian

Heinrich Schütz wurde 1638 von Herzog Georg von Calenberg-Göttingen als Leiter der Hofkapelle in das zwei Jahre zuvor zur Residenzstadt erhobene Hannover berufen. Er legte in seiner Schaffenszeit den Grundstein für das europäische Musikzentrum, das noch heute besteht. Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarock.

Stefan Heinze, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Ev.-luth. Sprengel Hannover
fon. 0511.1054934
fon. 05152.698636
mobil. 0176.61 18 42 59
mail. heinze@denkpool.de

www.sprengel-hannover.de

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„Es ströme die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Ökumenischer Berufsgruppengottesdienst mit Juristinnen und Juristen zum Erntedankfest in Osnabrück

Zu einem ungewöhnlichen, ökumenischen Berufsgruppengottesdienst mit Juristinnen und Juristen laden der evangelische Sprengel Osnabrück, das Bistum Osnabrück und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (KDA) für Sonntag, 2. Oktober (Erntedankfest) um 17 Uhr in die Marienkirche Osnabrück ein.

„Täglich um Gerechtigkeit zu ringen und praktisch Recht zu sprechen, sind berufliche Leistungen, die Wertschätzung und Achtung verdienen“, sagt der Initiator und Arbeitswelt-Pastor Rolf Adler aus Osnabrück. Dass es mit den Juristinnen und Juristen eine Berufsgruppe gibt, die sich in den verschiedenen Arbeitsfeldern mit großem Engagement für das Recht und die Suche nach Gerechtigkeit einsetzt, soll in diesem besonderen Gottesdienst zum Erntedankfest gewürdigt und anerkannt werden, so Adler. Rechtskunde, Rechtsberatung und Rechtsprechung sind Leistungen, ohne die ein Gemeinwesen nicht bestehen kann.

Menschliches Recht und Gerechtigkeit korrespondieren nach christlichem Verständnis mit der Einladung und Mahnung Gottes, menschliches Leben gerecht zu gestalten, so Adler weiter. In dem Gottesdienst wird deshalb danach gefragt, in welchem Verhältnis menschliches Recht und Gottes Gerechtigkeit zueinander stehen. Der Gottesdienst wird unter anderem gestaltet von dem evangelischen Landessuperintendent Dr. Burghard Krause, dem katholischen Prälaten Prof. Dr. Felix Bernard (Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen), dem Präsidenten des Landgerichtes Osnabrück Antonius Fahnemann, dem Richter am Verwaltungsgericht Osnabrück Helmut Kohring und Pastor Rolf Adler vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt.

Berufsgruppengottesdienste als wertschätzende Dank- und Themengottesdienst sind Ausdruck eines erweiterten Verständnisses des Erntedankfestes. Über die traditionelle Absicht des Erntedankes hinaus wird der beruflichen Leistungen gedacht, die menschliches Miteinander ermöglichen und fördern. Die Einladung richtet sich deshalb nicht ausschließlich an Juristinnen und Juristen. Eingeladen sind alle, die Freude daran haben, Wertschätzung und Anerkennung als einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Wahrnehmungskultur gottesdienstlich zu feiern, so Adler abschließend.

Musikalisch wird der Gottesdienst durch Kirchenmusikdirektor Carsten Zündorf und das Gesangsquartett CantOS gestaltet. Im Anschluss an den Gottesdienst ist Gelegenheit zum Austausch und Gespräch.

Weitergehende Informationen:

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
Pastor Rolf Adler, Mail: adler@kirchliche-dienste.de, Fon: 0160 94926198

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Brot für die Welt kritisiert Lebensmittelverschwendung  

Zu Erntedank kritisiert "Brot für die Welt" die ungeheure Verschwendung von Lebensmitteln. Das evangelische Hilfswerk betont, dass Essen nicht in den Müll gehört. In Deutschland werden im Jahr 80 Kilogramm pro Kopf weggeworfen. Anlässlich des wenig bekannten "Tag des Butterbrots" am 30. September betont das Hilfswerk, dass schon Schüler Pausenbrote wegwerfen. "Brot für die Welt" fordert die Abkehr von Verschwendung. Denn übermäßiger Konsum und Verschwendung sind indirekt für den Hunger in der Welt verantwortlich. Fast eine Milliarde Menschen hungern. Sie haben weder Brot noch Butter. 

Am Erntedank sagen Christen Danke für die Gaben, die Gott geschenkt hat. "Brot für die Welt" weist darauf hin, dass viele diese Gaben nicht schätzen. Denn die Hälfte der Lebensmittel, die weggeworfen werden, könnten noch gegessen werden. Vom Essensmüll der USA und von Europa könnten eine Milliarde Hungernder siebenmal satt werden. "Es kann aber nicht die Lösung des Hungerproblems sein, diese Lebensmittel zu den Hungernden zu schicken", betont Bernhard Walter, der Ernährungsexperte von "Brot für die Welt". "Man muss die Produktion vor Ort verbessern. Mit nachhaltiger Landwirtschaft, die die Bauern in das Zentrum stellt, lässt sich die Produktion steigern, ohne Umwelt und Klima zu schädigen." Es gilt auch, mit den Bauern Methoden zu entwickeln, um Lebensmittelverluste vor Ort zu vermeiden. Denn rund ein Drittel der Ernte geht gleich verloren, zum Beispiel wegen schlechter Lagerbedingungen oder wegen Ungeziefers. 

Hier ist noch viel zu tun, wie dies in Projekten des evangelischen Hilfswerks in Afrika, Asien und Lateinamerika geschieht. Denn die Kleinbauern in den armen Ländern leiden unter struktureller Vernachlässigung der Landwirtschaft sowie den Folgen des Klimawandels. Konflikte kommen dazu wie am Horn von Afrika, wo die schlimmste Dürre seit 60 Jahren eine Hungerkatastrophe ausgelöst hat. Schon seit langem hat "Brot für die Welt" vor dem Hungerproblem in der Region gewarnt.

Kontakt: Uwe Becker, Beauftragter Brot für die Welt der Landeskirche Hannovers, Uwe.Becker@diakonie-hannovers.de

www.brot-fuer-die-welt.de/hannovers; www.diakonie-katastrophenhilfe.de/hannovers,

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Hörbeiträge zum Thema Lebensmittelnichtung von ekn

20 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Deutschland auf dem Müll. Jeder zweite Salatkopf, jede zweite Kartoffel, jedes fünfte Brot. Weltweit gesehen betrifft es ein Drittel der gesamten Nahrungsproduktion. Und das bei gleichzeitigen Hungersnöten. Diesem Skandal geht der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen anlässlich des Erntedankfestes auf den Grund. Die Hörbeiträge finden Sie unten als mp3-Dateien unten zum Download bereitgestellt.

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Das Stichwort: Erntedankfest

Hannover (epd). Mit dem Erntedankfest am 2. Oktober erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. Auch Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion bewusst machen. Es soll zeigen, wie die Milch in die Tüte und das Gemüse in die Dose kommt.

Termin für Erntedank ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Viele Gemeinden feiern das Schöpfungsfest aber bereits im September. Lange Zeit gab es keinen einheitlichen Festtermin, weil die Ernte nicht überall zur selben Zeit eingebracht wurde.

Das Fest soll auch deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Heute spielen die Themen Umweltschutz und Gentechnik eine immer größere Rolle bei diesem Kirchenfest, das etwa seit dem dritten Jahrhundert begangen wird.

Mit der in den Mittelpunkt gerückten Bitte des Vaterunsers "unser tägliches Brot gib uns heute" wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank-Gottesdienste sind daher meist mit einer Solidaritätsaktion zugunsten notleidender Menschen verbunden.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen   

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30.9.2011