Experten sehen Zukunft der Jugendwerkstätten in Niedersachsen weiter in Gefahr

Nachricht 23. September 2011

Hannover/Berlin (epd). Der Bundestag in Berlin hat am Freitag entschieden, die Arbeitsmarktförderung bis 2015 um knapp 7,8 Milliarden Euro zu kürzen. Für die Jugendwerkstätten in Niedersachsen bedeutet dies der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller zufolge weitere finanzielle Einschränkungen. "Ich hoffe, dass die Einrichtungen nicht komplett vor dem Aus stehen", sagte die Politikerin aus Hameln dem epd. In den 103 Jugendwerkstätten werden rund 5.400 Jugendliche mit unterschiedlichen Schwierigkeiten für die Arbeitswelt fitgemacht.

Wohlfahrtsverbände und Oppositionspolitiker aus Niedersachsen hatten sich in den vergangenen Wochen für einen Änderungsantrag des Gesetzentwurfs aus dem Bundesarbeitsministerium stark gemacht. Damit sei in dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zumindest eine teilweise Förderung der Jugendwerkstätten sichergestellt worden, sagte Lösekrug-Möller. Die Ziellinie sei jedoch nicht erreicht.

Schwierig bleibe, dass sich die Einrichtungen künftig um jede Qualifizierungsmaßnahme bewerben müssten, sagte die Politikerin. "Künftig wird es kaum noch Gelder geben, um Kurzzeitarbeitslosen echte Weiterbildung zu Fachkräften anzubieten oder Langzeitarbeitslose in Beschäftigung zu vermitteln."

Der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege in Niedersachsen, Diakoniedirektor Christoph Künkel (Hannover), sagte, die Änderungen könnten immerhin eine Fortführung der Jugendwerkstätten "wenn auch unter schlechteren Bedingungen" erreichen. Auch im niedersächsischen Sozialministerium sieht man die Entscheidung auf Bundesebene mit Sorge. "Wir werden aber weiterhin für eine Finanzierung der Werkstätten kämpfen", sagte ein Sprecher.

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23.9.2011