Altenpflegeverbände diskutieren über den Umgang mit ethischen Fragen in der Altenpflege

Nachricht 15. September 2011

Die Vertreter der Verbände aus dem Bereich der Altenpflege in Niedersachsen sind sich einig: Ethische Fragen sind in der Altenpflege Alltag, aber sie gehen im Alltagsgeschäft schnell unter. Darum wollen sie in ihren Verbänden dafür werben, die Bedeutung der ethischen Dimension der Pflege deutlicher wahrzunehmen – durch Informationsveranstaltungen, Schulungen und einzelne Projekte, sagt Pastor Dr. Michael Coors. Coors ist theologischer Referent am Zentrum für Gesundheitsethik an der Evangelischen Akademie Loccum. 

Was dabei allen wichtig ist, formuliert Petra Scholz von der Bremer Heimstiftung: „Ethik ist nicht noch eine zusätzliche Aufgabe, sondern sie ist ein Instrument.“ Angesichts der zunehmenden Arbeitslast im Pflegealltag gehe es nicht darum, noch eine neue Aufgabe hinzuzufügen. Im Gegenteil: Ein strukturierter Umgang mit ethischen Konflikten, z.B. in ethischen Fallbesprechungen, könne eine entlastende Funktion für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, so Scholz.

Das Zentrum für Gesundheitsethik der Hannoverschen Landeskirche hatte zu einem Workshop am 14.9.2011 ins Hanns-Lilje-Haus in Hannover eingeladen. Pastor. Dr. Michael Coors moderierte den Dialog zwischen den Vertretern von Träger-, Berufs- und Interessensverbänden, Vertretern der Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen, der Ärzteschaft und der Stadt Hannover. Im Rahmen des Workshops wurden unterschiedliche Modelle der Ethikberatung in der Altenpflege vorgestellt. PD Dr. Alfred Simon von der Akademie für Ethik in der Medizin e.V. (Göttingen) führte in die allgemeinen Grundlagen ein. Im Zentrum des Workshops stand das Gespräch über die unterschiedlichen Strukturen in den Verbänden und die Frage, wie das Thema Ethik im Pflegealltag strukturell verankert werden könne.

Der strukturierte Umgang mit ethischen Konflikten, so die Vertreter, solle langfristig ein Teil der Unternehmenskultur in der Altenpflege werden. Um auf unterschiedlichen Ebenen für die Bedeutung der ethischen Fragen in der Altenpflege zu sensibilisieren, wurden verschiedene Initiativen verabredet. In zwei Jahren wird sich die Gruppe erneut treffen, um die Ergebnisse zu evaluieren. 

Kontakt: Pastor Dr. Michael Coors, Theologischer Referent am Zentrum für Gesundheitsethik an der Evangelischen Akademie Loccum, 0511 1241 670, michael.coors@evlka.de

Internet: www.zfg-hannover.de

15.9.2011