Bankenchef fordert im Braunschweiger Dom mehr Bescheidenheit von seiner Berufsgruppe

Nachricht 15. September 2011

Braunschweig (epd). Der Braunschweiger Bankenchef Henneke Lütgerath hat seine Berufsgruppe zur Einhaltung von Tugenden wie Bescheidenheit und Verschwiegenheit aufgerufen. Weitere "Kernpunkte" seien Zurückhaltung im öffentlichen Auftritt, die Fähigkeit zum Zuhören, den Willen zur Dienstleistung und die Warnung vor Risiken, sagte der ehemalige Vorstandssprecher des privaten Bankhauses Löbbecke am Mittwochabend im Braunschweiger Dom.

Daran habe es in der Vergangenheit vielen seiner Kollegen in Deutschland und der Welt gefehlt, kritisierte Lütgerath. Das habe zwar die Bankenkrise nicht ausgelöst, aber ihre Wirkungen verstärkt und vertieft. Deshalb stelle sich die Frage, ob Kandidaten für einen Vorstandsposten von der Bankenaufsicht nicht auch unter dem Gesichtspunkt ihrer ethischen Haltung beurteilt werden sollten.

Banken entwickelten und vermarkteten immer wieder neue und kompliziertere Finanzprodukte. Auch damit würden sie ihrer "dienenden Kernaufgabe" nicht gerecht. Der Bankenchef, der dem Aufsichtsrat angehört, sprach beim 143. Stiftungsjubiläum der Evangelischen Stiftung Neuerkerode über "Banken und Kirchen in der Vertrauenskrise". Das 1761 in Braunschweig gegründete Bankhaus Löbbecke gehört heute zur Hamburger Privatbank Warburg. 

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15.9.2011