"Moderne Frauen im Mittelalter" - Ausstellung in der Henriettenstiftung Hannover

Nachricht 15. September 2011

Mit dem Leben und Wirken moderner, selbständiger und eigenständig handelnder Frauen im Mittelalter befasst sich ein Projekt mit Ausstellung und Veranstaltungen in der Henriettenstiftung. Die Gemeinschaften der Beginen nahmen von 13. Jahrhundert an Frauen aus allen Ständen und Berufen auf, ohne sie – wie die religiösen Orden – zeitlebens zu binden. Sie boten ihnen ein eigenständiges Leben mit einer handwerklichen oder sozialen Tätigkeit, die sie auch ernähren musste. Darüber informiert eine Ausstellung in der Simeonkirche der Henriettenstiftung in Hannover-Kirchrode, die am Sonntag, 18. September 10.00 Uhr eröffnet wird. Ergänzend dazu gibt es eine Veranstaltungsreihe.

 

Start dieser Veranstaltungsreihe ist am Mittwoch, 21. September um 16.30 Uhr im Haus Alt-Bethesda des Altenzentrums Kirchrode der Henriettenstiftung Altenhilfe gGmbH. Dann geht es um „Interessantes aus der Geschichte der Beginen bis zur Gegenwart – mit Musik und allerlei Kulinarischem“. Am Montag, 26. September 15.30 Uhr führt die Autorin Barbara Fleischer – StattReisen Hannover - auf dem Pfad der Beginen durch Hannovers Innenstadt; Treff ist am Beginenturm. Am Mittwoch, 28. September 16.00 Uhr in der Simeonkirche spricht Oberin Pastorin Heike Löhr zum Thema „Pflege als eine Aufgabe von Christen? – Impuls der Vergangenheit für die Zukunft neu interpretieren“. Am Donnerstag, 6. Oktober 15.30 Uhr in der Simeonkirche führt die katholische Gemeindereferentin Jutta Golly-Rolape ein in Leben und Werk von Mechthild von Magdeburg, einer der eindrucksvollsten und bekanntesten Frau aus der Gruppe der Beginen. Am Freitag, 7. Oktober, 15.30 Uhr, im Altenzentrum Kirchrode, Haus Bethanien, berichtet Hildegard Rudolph aus Osnabrück über die Anfänge der Beginenbewegung in Flandern zu Beginn des 13. Jahrhunderts.

 

Erstaunlich modern wirken diese Frauen. Sie gehörten keinen der kirchlich religiösen Orden unter dem Dach der Kirche an. Sie lebten in Gemeinschaften, den Beginen-Höfen, und sorgten selbst für ihren Lebensunterhalt. Sie kamen aus allen sozialen Schichten und verpflichteten sich immer nur für ein Jahr, in der Gemeinschaft der Beginen zu leben. Sie waren religiöse Laien und doch tief religiös und gelten als der erste weltliche Verein frommer Frauen im Christentum. Sie standen oft genug der Amtskirche kritisch gegenüber und wurden deshalb auch von der Inquisition verfolgt. Dennoch konnten sie sich Jahrhunderte lang bis weit in das Zeitalter der Reformation um das Jahr 1520 halten. Eine Wiederbelebung ihrer Ideen gab es in den Jahren der modernen Frauenbewegung der 1970er und 1980er Jahre.

 

Weitere Informationen: Henriettenstiftung Marienstr. 72-90, 30171 Hannover, Vorsteher Pastor Volker Milkowski, Telefon (0511) 289-2210, die Projektleiterinnen: Pastorin Monika Fahlbusch-Höhne, Telefon 0163-9788-250, Pastorin Christa Stegmann, Telefon 0178-289-6733, Joachim Döring, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon (0511) 289-2307.

www.Henriettenstiftung.de

15.9.2011