Bischof Weber fordert neue Anstrengung zur Ökumene

Nachricht 14. September 2011

Karlsruhe/Wolfenbüttel (epd). Die evangelische und die katholische Kirche sollten nach Auffassung des evangelischen Ökumene-Bischofs Friedrich Weber verstärkt in Sozialstationen und Kindertagesstätten zusammenarbeiten. Ökumenisches Denken und Handeln sei keine Selbstverständlichkeit, nötig sei eine "neue Anstrengung", sagte er am Dienstag in Karlsruhe vor Bundesrichtern. Der braunschweigische Landesbischof Weber ist Catholica-Beauftragter der lutherischen Kirchen und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

Als weitere Felder der Zusammenarbeit nannte der Landesbischof die Nutzung kirchlicher Gebäude und den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. "Die Suche danach, wie Christen gemeinsam Zeugnis ihres Glaubens ablegen können, ist mehr als geboten", sagte er. In Deutschland seien die beiden großen Kirchen einen guten Schritt weitergekommen. Es gebe eine gemeinsame Kirchenethik mit dem Ziel von Frieden und Verständigung zwischen den zahlreichen europäischen Kirchen, Nationen und Religionen.

Weil so viel gelungen sei, müsse das Trennende offen ausgesprochen werden, sagte der Bischof und wies dabei auf das unterschiedliche Verständnis der Sakramente und des hierarchischen Amten hin, dem des Papstes und der Bischöfe. Für Lutheraner sei die Einheit der Kirche "letztlich Gottes Werk". Sie könne niemals durch die Kirchen selbst geschaffen werden.

Die Kirchen könnten jedoch erkennen, dass zwischen ihnen ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums besteht. Dem müsse dann durch Kirchengemeinschaft Rechnung getragen werden. Die evangelischen Kirchen verstünden darunter Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit voller Austauschbarkeit der Pfarrer.

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14.9.2011