Ökumenische Andacht in Hannovers Marktkirche zum Beginn der neuen Sitzungsperiode des niedersächsischen Landtags

Nachricht 14. September 2011

Hannover (epd). Der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle hat an die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags appelliert, sich an ethischen Grundlagen zu orientieren. "Pragmatismus allein schafft noch kein Vertrauen", sagte er bei einer ökumenischen Andacht in der Marktkirche in Hannover zum Beginn der neuen Sitzungsperiode des Landtages. Die christliche Botschaft sei eine "kritische Aufforderung an Politik und Gesellschaft über eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit".

Trelle skizzierte in seiner Predigt, wie sich in Europa aus griechischer Philosophie, römischem Recht und christlichem Glauben die humane Idee eines christlichen Abendlandes bildete. Er warnte jedoch davor, diesen Begriff ideologisch zu benutzen: "Allzu beflissene Verteidiger des Abendlandes unterschlagen die fundamentale Leistung des Islam in diesem christlichen Abendland."

Ausgelöst durch die ökonomische Krise verlören heute viele Menschen das Vertrauen in Europa. Vertrauen schwinde, wenn die Kündigung von Arbeitsplätzen von den Börsen honoriert werde oder wenn es sich beruflich und rentenrechtlich lohne, keine Kinder zu bekommen. Deshalb müsse sich die Politik immer wieder auf ihre humanen Grundlagen zurückbesinnen.

Der Oldenburger evangelische Bischof Jan Janssen rief in einem Grußwort dazu auf, "Gottes Gerechtigkeit auch im Gestalten des gesellschaftlich-politischen Alltags zum Leitstern zu machen". An der Andacht nahmen rund 80 Abgeordnete und Mitarbeiter des Landtags teil, unter ihnen Ministerpräsident David McAllister (CDU) und mehrere Minister.

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14.9.2011