Bischof Meister: Kirche geht offener mit Burn-out-Erscheinungen um

Nachricht 07. September 2011

Melle/Kr. Osnabrück (epd). Die Kirchen gehen nach Aussage des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister zunehmend offener mit Burn-out-Erscheinungen von Pastoren um. Dieses Tabu werde langsam aufgebrochen, sagte Meister am Mittwoch beim Generalkonvent von rund 150 Pastoren des evangelischen Sprengels Osnabrück in Melle. Die zunehmende Arbeitsbelastung, etwa durch zusammengelegte Gemeinden, werde von inzwischen auch von leitender Seite wahrgenommen.

Für überlastete Pastoren würden Supervisionen, Sabbattage und Auszeiten angeboten. Zudem sei eine gemeinsame Einrichtung der norddeutschen Landeskirchen in Planung, um Burn-out-Erscheinungen vorzubeugen. Betroffene könnten auch auf die Hilfe von Kollegen zählen. Pastoren sollten den Mut haben, sich selbst und den Kollegen Überlastungen einzugestehen, bevor sie zu psychischen Schäden führten.

Der Bischof erinnerte die Pastoren an einen aktuellen Fall von mentaler Erschöpfung im Leistungssport: Der Ersatztorwart Markus Miller vom Fußball-Bundesligisten Hannover 96 hatte am Montag bekanntgegeben, sich wegen eines beginnenden Burn-out-Syndroms stationär behandeln zu lassen. Vor knapp zwei Jahren hatte sich der frühere 96-Torwart Robert Enke nach jahrelangen Depressionen das Leben genommen.


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