Dokumentation über die Geschichte des Gerhard-Uhlhorn Konviktes veröffentlicht

Nachricht 30. August 2011

Latein, Griechisch und Hebräisch - am Anfang des Theologiestudiums stehen für die meisten Studierenden die Alten Sprachen. Viele Göttingen Studentinnen und Studenten haben sie am Gerhardt-Uhlhorn-Konvikt gelernt. Über die Geschichte des Konvikts hat Dr. Andreas Ohlemacher nun eine Dokumentation veröffentlicht mit Beiträgen von Horst Hirschler, Eduard Lohse und Michael Wöller. Das Buch wurde mit vielfältiger Unterstützung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers herausgegeben.

Aus dem Vorwort von Eckhard Gorka und Burghard Krause:

"1932 gegründet war das Göttinger Konvikt, ab 1952 Gerhard-Uhlhorn-Konvikt, eine feste Institution in der theologischen Ausbildung in Göttingen. Auf Grund der Aktenlage, von Interviews und Beiträgen ehemaliger Ephoren, Konviktsbewohner und Mitarbeiter zeichnet Ohlemacher die bewegte Geschichte des Hauses nach, das von den ersten Jahren im Nationalsozialismus über die Kriegs- und Nachkriegszeit bis zur Friedensbewegung, Wende und unmittelbareren Gegenwart ein Spiegel der deutschen Gesellschaft im Kleinen ist. Listen der Bewohner, Bediensteten und Veranstaltungen sowie Fotografien ergänzen diese erste vollständige Geschichte des Konvikts. Die Zeit nach dem Umzug aus dem Gründungsgebäude und der Zusammenlegung mit anderen Institutionen 1998 bis zur Schließung 2007 wird von OLKR Michael Wöller in einem Epilog dargestellt, der als verantwortlicher Dezernent das Konvikt betreute.

Für die Landeskirche und Generationen von Bewohnern stellte das Uhlhornkonvikt so etwas wie ein Scharnier zwischen der Landeskirche und der Universität dar. Durch die Zeiten ziehen sich dabei als die beiden Kernbestände einerseits der Sprachunterricht und andererseits das Angebot der Begleitung von Studierenden nicht nur der Theologie in einer Wohn- und Lebensgemeinschaft. Damit bleibt »das Uhlhorn« seinen Anfängen in allen Veränderungen treu. So hieß es in den Artikeln und Reden zur Eröffnung im April 1932, das Konvikt sei »berufen, den angehenden Theologiestudenten in christlicher Lebens- und Arbeitsgemeinschaft die erforderlichen Sprachkenntnisse zu vermitteln« und ihre »innere Beziehung zu den Lebenskräften des Christentums« zu stärken.
Heute sprechen wir wieder von geistlicher Begleitung, die neben der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten für die Existenz nicht nur angehender Pastorinnen und Pastoren sinnvoll und notwendig ist – gerade unter wachsenden Anforderungen an einen schönen und spannenden Beruf. So erinnert die Geschichte des Uhlhorn-Konvikts an eine auch für die Zukunft wichtige Aufgabe in der Begleitung von Studierenden."

Andreas Ohlemacher, Das Gerhard-Uhlhorn-Konvikt, Eine Dokumentation der Geschichte des Göttinger Sprachen- und Studienkonvikts, Göttinger Beiträge zur Regionalgeschichte, Band 1, Edition Ruprecht, 326 Seiten, 29,90 €

30.8.2011