Kirchenvertreter würdigen Publizisten Gerhard Isermann

Nachricht 27. August 2011

Hannover (epd). Kirchenvertreter haben am Freitag den Publizisten und früheren Verlagsdirektor Gerhard Isermann gewürdigt. Der Pastor und langjährige Leiter der evangelischen Publizistik in Niedersachsen und Bremen war im August 80 Jahre alt geworden. Landesbischof Ralf Meister sagte, Isermann habe sich in seinem Berufsleben und als Autor stets gegen Vereinfachungen und schnelle Urteile gewandt. Er habe die Leser dazu ermuntert, sich selbst ein Urteil zu bilden. "Ein wahrlich reformatorischer Ansatz, der sicherlich vielen Menschen eine große Hilfe war und ist."

Der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries, dankte Isermann für sein Lebenswerk. Um säkular denkenden Menschen die christliche Botschaft nahe zu bringen, bedürfe es einer präzisen Sprache und klarer Worte. Isermann habe an dieser Aufgabe mit Leidenschaft, aber auch nüchtern und beharrlich gearbeitet.

Für den Verband Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen und das Lutherische Verlagshaus Hannover sagte der heutige Geschäftsführer Christof Vetter, Isermann habe die evangelische Publizistik im Land bis heute geprägt. Er habe stets Sorge dafür getragen, "dass immer journalistische Redlichkeit, theologische Wahrheit und fürsorgliche Barmherzigkeit auf dem Prüfstand steht".

Isermann, der aus Göttingen stammt, war zunächst Gemeindepfarrer und danach Schul- und Jugendpastor. Er gehörte in den 1970er Jahren zu den bekanntesten Sprechern des "Wortes zum Sonntag" im Fernsehen. 1972 berief ihn die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers zu ihrem ersten Pressesprecher.

Von 1979 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1996 war er Direktor des damaligen Evangelischen Presseverbandes Niedersachsen-Bremen, der unter seiner Leitung zum Verband Evangelischer Publizistik wurde. Der Verband ist Herausgeber für die "Evangelische Zeitung" und den Landesdienst Niedersachsen-Bremen des Evangelischen Pressedienstes (epd). Isermann setzte sich immer wieder dafür ein, deutlich zwischen der publizistischen Arbeit der kirchlichen Medien und der Öffentlichkeitsarbeit der Leitungsgremien der Kirche zu unterscheiden.

Auch an der Einrichtung des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen (ekn) war der Theologe maßgeblich beteiligt. Seit 1986 produziert ekn hauptsächlich Beiträge für den privaten Hörfunk. Bundesweit war Isermann in zahlreichen Gremien der evangelischen Publizistik aktiv, aber auch in den Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er theologisch und publizistisch tätig.

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27.8.2011