Lichtermeer verzaubert ostfriesische Klosternacht

Nachricht 23. August 2011

Ihlow/Kr. Aurich (epd). Ein Lichtermeer gehört zu den Höhepunkten einer spirituellen Nacht, die am 27. August in der Klosterstätte Ihlow bei Aurich geplant ist: Hunderte von Kerzen sollen nach Angaben der Organisatoren den "Raum der Spurensache" unter der Holz-Stahl-Konstruktion in den Umrissen der ehemaligen Klosterkirche beleuchten. Währenddessen singen Chöre Lieder der ökumenischen Taizé-Bruderschaft aus dem französischen Burgund. Zu dieser "Nacht der Lichter", die um 18 Uhr beginnt, werden Teilnehmer aus ganz Ostfriesland erwartet.

"Die Taizé-Gesänge sind ein spirituelles Erlebnis, denn sie lassen Sänger und Hörer in ein Meer von Gefühlen eintauchen", sagte am Freitag Chorleiterin Fenke Ahlrichs. Das Ihlower Zisterzienser-Kloster "Schola Dei - Schule Gottes" wurde 1228 als Tochterkloster des Klosters Aduard bei Groningen gebaut und während der Reformationszeit 1529 wieder aufgegeben. In dieser Zeit war es mit bis zu 300 Mönchen eines der bedeutendsten Klöster in Nordwestdeutschland. Mit einer Grundfläche von fast 1.800 Quadratmetern galt das Gotteshaus damals als größter Sakralbau zwischen Bremen und Groningen.

Der letzte Abt wurde 1526 lutherischer Pastor im nahe gelegenen Larrelt. Etwas später zerstörte ein Bruder des Grafen Enno II. das Kloster, um Platz für ein Jagdschloss zu schaffen. Übrig blieben nur einige Grundmauern und der Altar, der seitdem in der lutherischen Lamberti-Kirche in Aurich steht. Die im Mai 2009 eingeweihte Klosterstätte liegt in einem Wald acht Kilometer südlich von Aurich. Herzstück ist die sogenannte Imagination - eine Kathedrale aus Stahl, Holz und Licht. Moderne Architektur bildet skelettartig die frühere Kirche der Abtei ab.

Internet: www.kloster-ihlow.de

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23.8.2011