Hildesheimer Blindenmission will mehr Spenden für politische Arbeit sammeln (epd-Gespräch)

Nachricht 22. August 2011

Osnabrück (epd, Martina Schwager). Die Hildesheimer Blindenmission will künftig ihre politische Arbeit für blinde Menschen in Südostasien verstärken und die Spendeneinnahmen dafür erhöhen. Es hapere vielfach an der Integration und den Bildungschancen, sagte der neue Leiter Frank Ewert am Freiag im epd-Gespräch: "Wir wollen Projekte vor Ort unterstützen und darüber gesellschaftliche Verhältnisse so ändern, dass blinden und mehrfach behinderten Menschen ein würdiges und selbstständiges Leben ermöglicht wird.

Die Spendeneinnahmen für diese Arbeit seien in den vergangenen Jahren auf nur noch 140.000 Euro in 2010 zurückgegangen, sagte der evangelische Pastor. Er leitet die mit 120 Jahren älteste Blindenmission Deutschlands seit 100 Tagen. Durch eine Kooperation mit dem Verband der beiden Hildesheimer Kirchenkreise sollen die Einnahmen wieder gesteigert werden.

Derzeit unterstütze die Mission zwei Bildungsprojekte in China und ein Integrationsprojekt in Myanmar, erläuterte Ewert: "Wir wollen den Kirchengemeinden anbieten, sich an diesen Projekten zu beteiligen und hoffen, dadurch mehr Spender zu bekommen."

Anders als bei der Projektarbeit seien die Einnahmen für die Patenschaftsarbeit kontinuierlich bei 160.000 Euro pro Jahr geblieben. Paten aus Deutschland können mit einem monatlichen Betrag einzelne Kinder in den Schulen der Mission unterstützen. Derzeit finanzieren rund 500 Paten etwa 300 Kinder und Jugendliche.

Die Patenschaftseinnahmen fließen in die Arbeit von fünf Schulen für Blinde und Behinderte in Taiwan, Hongkong, Myanmar, Indonesien und den Philippinen. Ziel ist es nach den Worten Ewerts, die Schulen langfristig selbstständig zu machen und dann weitere zu gründen. Die Schule in Hongkong, die als erste vor 120 Jahren gegründet worden sei, könne mittlerweile unabhängig arbeiten.

Die Hildesheimer Blindenmission wurde 1890 ins Leben gerufen und ist damit die älteste deutsche Blindenmission. Sie unterhält oder fördert seit 1897 Blindenheime und Blindenschulen in Hongkong und China, seit 1945 auch in Indonesien und Birma sowie in Taiwan und auf den Philippinen. Das Hilfswerk finanziert sich zu rund 80 Prozent aus Spenden. Es arbeitet mit elf Organisationen in Asien zusammen und erreicht so nach eigenen Angaben fast 1.000 blinde und mehrfach behinderte Menschen.

Internet: www.h-bm.org

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22.8.2011