Diakonie fordert bessere medizinische Gesamtversorgung auf dem Lande

Nachricht 15. August 2011

Hannover (epd). Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat die Bundesregierung aufgefordert, die medizinische Versorgung auf dem Lande insgesamt zu verbessern. Das geplante Versorgungsgesetz konzentriere sich einseitig auf die Ärzte und greife damit zu kurz, kritisierte Diakonie-Direktor Christoph Künkel am Montag in Hannover. Neben der ärztlichen Versorgung müssten auch die psychosozialen und pflegerischen Leistungen sowie die Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln berücksichtigt werden.

Besonders Pflegebedürftige, chronisch Kranke und behinderte Menschen sind nach den Worten Künkels im ländlichen Raum weiterhin benachteiligt. Sie hätten aber das Recht auf eine gleichwertige gesundheitliche Versorgung wie Bewohner der Ballungsgebiete. Dazu gehöre das Recht, Arztpraxen und Gesundheitsdienste mit regelmäßig eingesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Dies sollte barrierefrei möglich sein.

Die Bewilligung und Finanzierung der Pflege zu Hause sollte nach Auffassung Künkels ebenfalls erleichtert und verbessert werden. Dem Diakonischen Werk der hannoverschen Landeskirche gehören 17 Krankenhäuser und 111 Sozialstationen an, die ambulante Pflegedienste leisten.

Kritisch sieht das Diakonische Werk auch die geplante Entlastung der Hausärzte auf dem Lande durch die Verlagerung des Notdienstes in die Krankenhäuser. Dafür sei die Finanzierung nicht gesichert. Aus der Sicht der Patienten bedeute diese Änderung, dass sie im Notfall ins Krankenhaus gefahren werden müssten, weil der Arzt nicht mehr zu ihnen komme.

Die Zukunft der Gesundheit in den Regionen liege in der Vernetzung aller am Gesundheitssystem Beteiligten, unterstrich Künkel. Ein guter Weg sei das vom niedersächsischen Sozialministerium initiierte Projekt "Zukunftsregion Gesundheit", das seit dem Frühjahr in den Kreisen Emsland, Soltau-Fallingbostel und Wolfenbüttel laufe.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
15.8.11