Trostbriefe für Menschen in Japan

Nachricht 04. August 2011

Lüchow (epd). Mit "Trostbriefen" wollen 18 Kirchengemeinden in Lüchow-Dannenberg Menschen in Japan nach dem Tsunami und dem Reaktorunglück Mut machen. Aus den Nachrichten seien die Naturkatastrophen und der Super-Gau von Fukushima bereits weitgehend verschwunden, sagte der stellvertretende Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, Klaus-Markus Kühnel, am Donnerstag dem epd. "Wir wollen die Not der Japaner wieder in den Blick nehmen."

Kühnel zufolge hat der leitende Propst des Kirchenkreises, Stephan Wichert-von Holten, gemeinsam mit in der Region lebenden Japanern die Briefe entwickelt. Sie wollten ausdrücken: "Wir vergessen euch nicht, wir fühlen mit euch, wir finden Worte des Trostes für einzelne unter euch." In den Kirchen weisen Plakate auf die Aktion hin und die Briefe liegen bereit.

Die Absender können zu einem auf Japanisch bereits vorgefassten Text eigene Worte hinzufügen und sich damit gezielt etwa an ein Kind, einen Mann oder eine Mutter wenden. Bis September werden Briefe gesammelt, die dann per Diplomatenpost nach Japan gesendet werden sollen. "Dort ist es etwas Besonderes, einen Brief zu bekommen", sagte Kühnel.

"Wir hören die Nachrichten und erahnen das Leid, die Sorge, die Tränen, aber auch die Stärke und die Hoffnung dahinter", heißt es übersetzt in dem japanischen Text. Zwar sei Japan weit entfernt und seine Kultur vielen fremd, "doch nah ist uns die Sorge um Naturkatastrophen, die über uns hereinbrechen, und das Risiko der Atomenergie, die wir niemals beherrschen können".

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist mit dem atomaren Zwischenlager und dem Salzstock Gorleben, der als Endlager für hoch radioaktiven Müll in der Diskussion ist, ein Brennpunkt in der Auseinandersetzung um die Atompolitik in Deutschland.

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4.8.2011