LWB-Generalsekretär: Botschaft der Hoffnung für Maasai / Diakonische Arbeit der kenianischen Kirchen erfährt Würdigung

Nachricht 03. August 2011

Kajiado (Kenia)/Genf, 3. August 2011 (LWI) – Wenn ein Teil der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft Angst oder Leid, Hunger oder Durst erfahre, betonte der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Martin Junge, so leide der ganze Leib mit. Junge bereist derzeit im Rahmen eines Solidaritätsbesuchs an der Spitze einer LWB-Delegation das von einer Dürrekatastrophe heimgesuchte Horn von Afrika.

„Deswegen sind wir hier, denn wir haben gehört, dass Menschen leiden und dass sie auch Angst davor haben, was geschehen wird, wenn der Regen ausbleibt“, erklärte Junge am 31. Juli in einer Predigt in der Maasai-Gemeinde Lenkishon der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kenia (ELKK) im südkenianischen Distrikt Kajiado.

Derzeit sind mehr als 12 Millionen Menschen in Dschibuti, Äthiopien, Kenia, Somalia und Uganda von den Auswirkungen der schwersten Dürre betroffen, die die Region in den letzten 60 Jahren heimgesucht hat. Ernteausfälle und verendende Viehherden haben zehntausende SomalierInnen gezwungen, in Flüchtlingslagern in Kenia und Äthiopien Zuflucht zu suchen.

Die beiden LWB-Mitgliedskirchen in Kenia – die ELKK sowie die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche (KELK) – sind unter dem Hirtenvolk der Maasai in Südkenia und Nordtansania stark vertreten. Die ausbleibenden Regenfälle der letzten Jahre haben die Lebensgrundlagen und Wirtschaft der Maasai massiv geschädigt.

Der LWB-Generalsekretär versicherte der Gemeinde, sie sei Teil der grossen lutherischen Kirchengemeinschaft und müsse sich daher diesen Herausforderungen nicht allein stellen.

„Sie sind umgeben von einer Glaubensgemeinschaft, die die Welt umspannt, wie die Nerven den Körper“, betonte Junge. Die Gemeinschaft des LWB habe erkannt, dass sie vereint aktiv werden müsse, um die Menschen in der Region zu unterstützen.

„Wir wollen im Angesicht der Ängste, denen Sie sich gegenübersehen, Ihre Brüder und Schwestern sein. Die Frage, die wir mitbringen, lautet: wie können wir noch besser Ihre Brüder und Schwestern sein.“

Junge würdigte die „wundervolle Arbeit“ der beiden kenianischen Kirchen, die sowohl die Verkündigung als auch die Gemeinwesenentwicklung im Blick habe.

„Danke für das Zeugnis, dass sie das Wort vermitteln, das zentrale Bedeutung für das Kirchesein hat, aber gleichzeitig auch darauf schauen, wie Gemeinwesen unterstützt werden können, wie sie sich auf eine Situation hinbewegen können, wo Wasser nicht ausschliesslich vom Regen abhängt.“

Ihre Erfahrungen mit der Dürre vor zwei Jahren hätten den beiden LWB-Mitgliedskirchen klargemacht, so Junge, dass sie sich nicht zurückziehen oder hinter verschlossenen Türen verstecken dürfen, sondern die Versorgung der Menschen mit Nahrung, Unterkunft, Wasser und anderen lebensnotwendigen Dingen sicherstellen müssen.

„Das gehört dazu, wenn die Kirche menschliches Leben in all seinen Dimensionen fördern will. Sie vollbringen diese Arbeit gemeinsam und geben damit ein klares Zeugnis für die Botschaft des Friedens“, bekräftigte Junge.

Liturgen des Gottesdienstes waren Bischof Zachariah W. Kahuthu (KELK) und Bischof Walter E. Obare Omwanza (ELKK).

Neben Junge, Kahuthu und Omwanza gehören der Delegation, die die Region vom 31. Juli bis 3. August bereist, der tansanische Bischof Alex G. Malasusa, LWB-Vizepräsident für die Region Afrika, der äthiopische Kirchenpräsident Pfr. Dr. Wakseyoum Idosa Negeri, Pfr. Eberhard Hitzler, Direktor der Abteilung des LWB für Weltdienst, Pauline Mumia, Interimsdirektorin des Büros für Kommunikationsdienste, sowie Pfarrerin Dr. Elieshi Mungure, Gebietsreferentin für Afrika der Abteilung für Mission und Entwicklung, an.

Unterstützen Sie die Antwort des LWB auf die Flüchtlingskrise mit Ihrer Online-Spende.

Der LWB ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 145 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen ChristInnen in 79 Ländern weltweit angehören. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit. Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz).

Lutherische Welt-Information (LWI) / 3.8.2011 / LWI-Korrespondent Fredrick Nzwili