"Gott ist ein Camper bei den Menschen" - Gottesdienst im Kirchenzelt in Neuharlingersiel

Nachricht 01. August 2011

Ostfriesland. Zum 50. Jahrestag von „Kirche unterwegs“ sagte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr im überfüllten Kirchenzelt in Neuharlingersiel: „Kirche auf dem Campingplatz ist ein Signal dafür, dass wir als Christen auch im Urlaub den Menschen nach Leib und Seele ernst nehmen.“ Urlaub sei kein Ausnahmezustand von Sorgen und Nöten des Alltags. Erholung brauche auch die Ehrlichkeit, das eigenen Leben so zu sehen wie es ist, so Klahr.

In seiner Predigt betonte Klahr: „Gott ist ein Camper bei den Menschen und schlägt unter uns sein Zelt auf, um uns nahe zu sein.“ Gerade das Provisorische eines Zeltes erinnere an das Unterwegssein des Menschen und sei ein Symbol für Schutzbedürftigkeit. „Keine Campingidylle täuscht darüber hinweg, dass für unzählige Menschen auf dieser Erde ein Notzelt einziges Zuhause oder ersehnter Schutzraum auf der Flucht und in der Not ist“, sagte der Regionalbischof und erinnerte die Gottesdienstbesucher an die unzähligen Notleidenden aus Somalia in den Flüchtlingslagern von Kenia. Jedes Zelt, das für Menschen in Not aufgeschlagen werde, setze ein Zeichen der Hoffnung auf Leben und Würde. Gottesbegegnung im Urlaub und im Alltag der Welt schärfe den Blick für die Realitäten des eigenen Lebens und befähige zur Verantwortung für andere.

Der Festgottesdienst wurde von Diakonin Heike Pendias („Kirche unterwegs“) zusammen mit dem Team vom Bibellesebund und dem Posaunenchor aus Tannenhausen mitgestaltet.
Jürgen Schenzel vom Kurverein und Erwin Jacobs von der Landeskirchlichen Gemeinschaft sprachen Grußworte und dankten für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Claudia Diestelhorst vom Bibellesebund überbrachte ebenfalls Grüße und erinnerte daran, dass sie selbst vor über dreißig Jahren an den Kinderstunden im Kirchenzelt teilgenommen habe und nun selbst Stunden für die kleinsten Gäste gestaltet. Für „Kirche unterwegs“ bedankte sich Heike Pendias bei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für die tatkräftige und ideenreiche Unterstützung: „Ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre es gar nicht möglich, so offen und einladend für die Gäste da zu sein!“
Nach dem Gottesdienst gab es für alle Besucher Bratwürste vom Grill gleich vor dem Zelt mit Blick auf den Deich. Etliche Teilnehmer hatten aus Platzmangel vor dem Zelt bei starkem Wind den Gottesdienst mitgefeiert.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Ostfriesland, 1.8.2011