"Rastplatz für die Seele" - "Kirche unterwegs" besteht seit 50 Jahren

Nachricht 31. Juli 2011

Wietzendorf/Aurich/Cuxhaven (epd). Mit Gottesdiensten auf zwölf Campingplätzen zwischen Heide und Nordsee hat die evangelische Urlauberseelsorge "Kirche unterwegs" am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. "Ich bin so froh über dieses menschenfreundliche und Gott-nahe Angebot der Kirche, was hier seit einem halben Jahrhundert entstanden ist", sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister bei der Festpredigt auf dem "Südsee Camp" in Wietzendorf bei Soltau. In der hannoverschen Landeskirche zählt die "Kirche unterwegs" bei ihren Aktionen auf den Campingplätzen mehr als 50.000 Gäste, mehr als 120 ehrenamtliche Helfer engagieren sich.

Meister sagte, der Urlaub biete Abstand vom Alltag. Menschen hätten dann die Freiheit, Fragen zu stellen, die sie sonst nicht zuließen. "Oft sind es Fragen, die tief in mein Leben hineingehen." Dann sei es gut, wenn jemand einen "Rastplatz" bereite und zuhöre. "Manchmal sind es einfach nur Gespräche, die eine Perspektive öffnen, manchmal öffnen sich Türen für eine neue Gemeinschaft, manchmal ist es Trost in der Fröhlichkeit mit anderen." Die Mitarbeiter der "Kirche unterwegs" leben wie die Urlauber in Wohnwagen neben den Zeltkirchen. Sie organisieren neben der Seelsorge und den Gottesdiensten auch Kinderaktionen, Nachtwanderungen und Bastelstunden.

In Sahlenburg bei Cuxhaven dankte der Stader Regionalbischof Hans Christian Brandy den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der "Kirche unterwegs". Eine aktuelle Untersuchung habe gezeigt, dass im Urlaub die Offenheit der Menschen für kirchliche Angebote besonders groß sei. "Kirche muss unterwegs sein zu den Menschen, muss da sein, wo die Menschen sind. Das gilt immer", sagte er im Zeltgottesdienst an der Nordsee.

Im ostfriesischen Neuharlingersiel nannte Regionalbischof Detlef Klahr die Camperseelsorge eine Erfolgsgeschichte. Sie nehme die Menschen mit Leib und Seele ernst. Klahr erinnerte in seiner Predigt an die Hungerkatastrophe in Somalia und die Flüchtlinge, die zu Hunderttausenden in Kenia Hilfe suchten. "Für viele ist das Zelten ein besonders Erlebnis im Urlaub. Für unzählige Menschen auf dieser Erde ist das Zelt einziges Zuhause, oder ein ersehnter Schutzraum auf der Flucht und in der Not." Er rief die Besucher im Kirchenzelt zum Gebet um Nahrung, Frieden und Gerechtigkeit für die Menschen in Not auf.

Internet: www.kirche-unterwegs.info

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31.7.2011