Verdener Domfestspiele feiern Premiere mit Tod und Teufel

Nachricht 28. Juli 2011

Verden (epd). Tod und Teufel, Intrigen und natürlich Liebe bestimmen die Premiere der diesjährigen Domfestspiele an diesem Freitag in Verden bei Bremen. Unter dem Titel "Der steinerne Mann" kommt bis zum 13. August in insgesamt zehn Vorstellungen jeweils ab 20 Uhr eine alte Legende auf die Freilichtbühne im Schatten des mächtigen Kirchbaus. An dem Historienstück beteiligen sich nach Angaben von Festspielmanagerin Gabriele Müller neben einigen professionellen Schauspielern ehrenamtlich rund 130 Verdener Bürger.

Das Ensemble will in der sechsten Produktion der Domfestspiele gleich neben der historischen Kirche das Stadtbild im 16. Jahrhundert zum Leben erwecken. Die Handlung spielt zu Zeiten der Reformation. Idee und Geschichte stammen von Gabriele Müller. Den Grundstoff dafür lieferte die Geschichte von einem Domküster, der Kirchengelder veruntreut haben soll. Bis Mitte August hoffen die Organisatoren nach monatelangen Proben auf etwa 10.000 Zuschauer.

Der Legende zufolge schwor der Küster vor dem Bischof, dass ihn der Teufel holen solle, wenn er das Geld gestohlen habe. Sofort erschien der Satan, packte den Küster und wollte mit ihm durch die Dommauern flüchten. Doch der Küster blieb in der Mauer stecken und verwandelte sich zu Stein. Eine Figur von ihm ragt bis heute im Innenhof des Doms an der Außenmauer des nördlichen Seitenschiffes hervor. Müller und der Bremer Regisseur Hans König haben daraus in dichterischer Freiheit ein Stück mit Kampfgetümmel, Kabale und Liebe gemacht.

Der Dom als Kulisse ist das Wahrzeichen der Stadt und überragt Verden mit seiner mächtigen Erscheinung. Bei dem Sakralbau handelt es sich um den ersten gotischen Dom in Niedersachsen. Die ehemalige Bischofskirche entstand in ihrer heutigen Form in zwei Bauabschnitten und wurde 1490 fertiggestellt. Zu ihrem Innenhof gehört der vermutlich älteste Hallenumgangschor Deutschlands.

Internet: www.domfestspiele-verden.de; www.domgemeinde-verden.de

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28.7.2011