Junge Vertreter europäischer Minderheiten diskutieren in Hannovers Stephansstift über ihre Zukunft

Nachricht 18. Juli 2011

Hannover (epd). Die kulturelle Vielfalt ist nach Ansicht von Vertretern europäischer Minderheiten in einer globalisierten Welt in Gefahr. "Die Gruppen haben Schwierigkeiten, den Nachwuchs für die Traditionen zu begeistern", sagte Philipp Legrand vom Zentrum für Erwachsenenbildung des hannoverschen Stephansstifts am Montag. Die Einrichtung hat ein Projekt zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch ins Leben gerufen. Noch bis Sonnabend tauschen sich junge Friesen, Kaschuben, Ungarndeutsche und Vertreter der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien aus.

"Minderheiten können nur dann geschützt werden, wenn sich neben der Minderheit auch das Umfeld daran beteiligt", sagte Legrand. Die Veranstaltung solle deshalb auch in der Öffentlichkeit wirken. So sei unter anderem ein Besuch bei Kommunalpolitikern geplant. Außerdem sei eine Fahrt nach Berlin vorgesehen, wo die 18- bis 25-Jährigen unter anderem den Integrationsbeauftragten des Senats treffen werden.

Inhaltlich ginge es bei dem deutschsprachigen Projekt um den Schutz von Minderheiten in einem Europa der Regionen. "Minderheiten und die europäische Integration zu fördern, sind keine gegensätzlichen Dinge", unterstrich Legrand. Deutschland sei unter anderem von Brüssel aufgefordert worden, mehr für die friesische Minderheit zu tun. Das Treffen der jungen Vertreter könne einen Beitrag dazu leisten, dass der Diskussionsprozess nicht abbreche.

Ziel sei es, ein festes Netzwerk aufzubauen und in Kontakt zu bleiben. Im Anschluss an das Treffen soll eine gemeinsame Internetseite eingerichtet werden. Langfristig will sich das Stephansstift als Kompetenzzentrum für Minderheiten etablieren. Die Idee zu dem von der EU finanziell geförderten Projekt kam Legrand während seines Studiums. Über ein Praktikum fand er Kontakt zum Stephansstift. Die Teilnehmer sind in der Regel in Vereinen organisiert. Sie tragen rund ein Drittel der Fahrtkosten.

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18.7.2011