Prävention sexueller Gewalt: Mitarbeitende bei Sommerfreizeiten verpflichten sich auf strikte Regeln zu Kindeswohl und Kindesschutz

Nachricht 17. Juli 2011

Hannover (epd). Mit strikten Verhaltensregeln für Mitarbeiter will die Evangelische Jugend der hannoverschen Landeskirche der Gefahr des sexuellen Missbrauchs auf Sommerfreizeiten vorbeugen. Derzeit seien wieder mehr als 10.000 Jugendliche zu etwa 400 Zeltlagern und Freizeiten von Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen unterwegs, sagte Landesjugendpastorin Cornelia Dassler am Sonntag in Hannover dem epd. Sie werden von Hauptamtlichen und rund 1.500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut.

Die Ehrenamtlichen erhalten eine Einführung über Kindeswohl und Kindesschutz und unterschreiben anschließend die Regeln, sagte Dassler. Dabei lege die Evangelische Jugend Wert darauf, dass zwischen Betreuern und Betreuten die notwendige Distanz gewahrt bleibe. Wenn alle Mitarbeiter für das Thema Missbrauch sensibel seien, fielen mögliche Täter rasch auf. Eine hundertprozentige Garantie gebe es allerdings niemals, sagte die Pastorin.

In den Regeln heißt es: "Wir gehen verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um. Individuelle Grenzen der Kinder und Jugendlichen werden von uns respektiert." Das beziehe sich insbesondere auf die Intimsphäre und die persönliche Schamgrenze. Die Pflicht zur Distanz bedeute auch, dass Betreuer und Betreute keine intime Beziehung unterhalten dürften: "Die Grenze zwischen Gruppenleitung und Teilnehmern muss gewahrt bleiben." Andernfalls werde die Rolle als Aufsichtsperson missbraucht.

Mit ihren Freizeiten und anderen Angeboten erreiche die evangelische Jugend im Bundesdurchschnitt 10,9 Prozent der Jugendlichen insgesamt, berichtete Dassler weiter. Sie gehöre damit zu den stärksten Jugendverbänden in Niedersachsen und auch bundesweit. Zu den Zielen gehörten derzeit Schweden und Frankreich, aber auch die Ostsee oder der Vogelsberg. Vielerorts gebe es daneben stark nachgefragte Angebote für Ferien vor der Haustür.

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17.7.2011