Schlesiertreffen: Bischof Meister erinnert an Schicksal der Vertriebenen

Nachricht 27. Juni 2011

Hannover (epd). Zu Beginn des traditionellen Deutschlandtreffens der Schlesier in Hannover hat der evangelische Landesbischof Ralf Meister an die "Ur-Sehnsucht" nach einer Heimat erinnert. "Nichts kann diese Sehnsucht stillen, nur das echte und ungeheuchelte Zusammensein der Herzen", sagte er in einem ökumenischen Gottesdienst in der hannoverschen Marktkirche. In seiner sehr persönlich gehaltenen Predigt schilderte Meister vor Mitgliedern der Landsmannschaft Schlesien, wie seine als Kind aus Pommern vertriebene Mutter in Nordfriesland eine neue Heimat fand. Dabei zitierte er aus Briefen seiner Großeltern, die auf der Flucht Hab und Gut verloren.

"Nicht das Haben, sondern die Besinnung auf unser Sein brauchen wir für die Wanderschaft durch das Leben", betonte Meister: "Von der Heimat oder Lebensarbeit mag manches verloren gehen, der Mensch als Kind Gottes aber nicht." Wichtig sei die Einsicht, "dass die Klaviatur des Lebens nicht nur eine Oktave umspannt". Wenn eine Tür zugehe, könne sich eine andere gerade öffnen.

Zum Deutschlandtreffen der Schlesier werden bis zum Sonntag rund 50.000 Teilnehmer erwartet. Auf dem Programm im Stadtzentrum und auf dem Messegelände stehen kulturelle Veranstaltungen, Vorträge und Diskussionen, ein Heimatabend und eine politische Kundgebung sowie weitere Gottesdienste. Als Redner werden unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und Innenminister Uwe Schünemann (beide CDU) erwartet. In der Vergangenheit war das Treffen wegen antipolnischer Töne und dem Vorwurf einer halbherzigen Abgrenzung gegenüber Rechtsextremen in die Kritik geraten.

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