20 Jahre "Dach überm Kopf": Politik und Kirche würdigen Obdachlosenhilfe

Nachricht 24. Juni 2011

Hannover (epd). Politiker und kirchliche Repräsentanten haben die Arbeit der evangelischen Obdachlosenhilfe in Hannover gewürdigt. In Begegnungsstätten wie der diakonischen Anlaufstelle "Dach überm Kopf" (DüK) könnten wohnungslose Menschen zur Ruhe kommen, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) am Freitag bei einer Feier zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung. Täglich kommen bis zu 70 Wohnungslose in die Anlaufstelle.

Der evangelische Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann sagte, die Kirche haben einen besonderen Auftrag, sich um diese Menschen zu kümmern. "Kirche muss die Stimme derer sein, die keine Stimme haben", betonte er: "Im christlichen Glauben haben alle Menschen den gleichen Wert." Den Bewohnern der Großstadt falle es schwer, Obdachlose wahrzunehmen. Die Diakonie helfe den Menschen, neue Lebenswege zu beschreiten.

Rund ein Fünftel der Besucher des Treffpunkts sind nach Angaben von Sozialpädagogin Ruth Sordon Frauen. In der Regel suchten Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die ihre Arbeit verloren hätten, Hilfe bei der Anlaufstelle DüK. Sie kämen aus allen Berufsgruppen.

Arbeitslosigkeit, Probleme mit der Familie und Süchte verstärkten sich oft gegenseitig. Wenn erst einmal Mietschulden aufgelaufen seien, werde es schwer, wieder eine eigene Wohnung zu bekommen. Wenn dieser Schritt gelinge, müssten Probleme der Haushaltsführung gemeistert werden: "Wir sprechen von einer erfolgreichen Wohnungsvermittlung erst nach zwei Jahren", sagte Sordon.

Deswegen bleibt das "DüK" für die Betroffenen nach Angaben der Initiatoren auch in der Folgezeit oftmals ein wichtiger Anlaufpunkt. "Rund ein Drittel der Besucher sind ehemalige Wohnungslose, die weiter Kontakt halten", sagte der Wohnungslosen-Referent der hannoverschen Diakonie, Gottfried Schöne. In der Einrichtung können sie kostengünstig Wäsche waschen oder eine Dusche nehmen. Das "DüK" füge sich in das enge Netz der Hilfsangebote der Diakonie ein, die vom Kontaktladen "Mecki" über die Schuldnerberatung bis hin zur Straßenzeitung "Asphalt" reichten.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
24.6.11