Diakonie in Niedersachsen und Bremen schließt ihre Zivildienstschule

Nachricht 23. Juni 2011

Hude/Kr. Oldenburg (epd). Vertreter der Diakonischen Werke in Niedersachsen und Bremen haben sich am Donnerstag von ihrer Zivildienstschule in Marienhude bei Bremen verabschiedet. "Mit der Aussetzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes zum 1. Juli geht eine Ära zu Ende", sagte die Kuratoriumsvorsitzende der Schule, Susanne Bock, von der Oldenburger Diakonie. "Wir haben unseren Ausbildungsauftrag beendet." Die Schule sei die einzige Einrichtung gewesen, die von allen Diakonischen Werken in Niedersachsen und Bremen gemeinsam getragen wurde.

In den vergangenen 26 Jahren sind nach Angaben von Schulleiter Frank Eden in der 1905 erbauten Villa rund 21.000 Zivis aus ganz Niedersachsen und Bremen auf ihren Dienst in Krankenhäusern, Altenheimen oder Behinderten-Einrichtungen vorbereitet worden. Künftig solle das Haus als Beleghaus für die Ausbildung junger Menschen dienen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den neuen Bundessfreiwilligendienst absolvieren.

Die Leiterin der Rotenburger Werke der Diakonie, Jutta Wendland-Park, dankte stellvertretend allen Zivildienstleistenden für ihren Dienst in Kirche und Diakonie. In ihrer Einrichtung hätten mindestens 1.000 junge Männer ihren Dienst geleistet. Anfangs seien sie als "Drückeberger" beschimpft worden. Doch über die Jahre hätten sich die Zivis zu einem "wichtigen Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens" entwickelt. "Wir werden die Zivis in den Einrichtungen vermissen." Sie hätten die Arbeit in den Heimen und Krankenhäusern mit ihrem kritischen Blick von außen bereichert und oft auch verändert.

Sie bedauere das Ende des Zivildienstes, sagte Wendland-Park. "Es wird viel schwieriger werden, junge Männer für soziale Berufe zu begeistern." Seit Beginn des Zivildienstes im Jahre 1960 hätten rund 2,5 Millionen junge Männer ihren Zivildienst geleistet. "Die meisten von ihnen mussten dabei erstmals Verantwortung für Schwächere übernehmen. Das hat diese Männer geprägt." Viele hätten sich später für einen sozialen Beruf entschieden. "Ohne den Zivildienst hätten sie nie Kontakt mit dieser Welt bekommen." Nun drohe ein Männer-Mangel in den sozialen Berufen.

Der Oldenburger Diakonie-Chef Thomas Feld würdigte die Mitarbeitenden des "Hauses Marienhude" für ihr Engagement. Dank ihnen sei die Einrichtung ein "Ort der Kommunikation, des Lernens und des Feierns" geworden. Die Zukunft des Hauses sei jedoch ungewiss, weil die Strukturen und die Finanzierung des Bundesfreiwilligendienstes noch immer unklar sei, kritisierte der Theologe.

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23.6.11